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Zweiter Band.
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Thierische Gespinnstfasern. Seide. 639

den, d. h. um die Faden ganz und rein zu erhalten, ist es nothwendig, mit r°d.ung »»Ausnahme der zur Nachzucht bestimmten, alle Cocons vor dem Ausschlüpfen zu cs ° OT " i 'todten, da es sich in der Regel nicht thun laßt, sie vor Ablauf der 3 Wochenabzuhaspeln.

Allgemein geschieht die Tödtung durch Hitze, sei es vermittelst heißer Luftoder Dampf. Schon eine Temperatur von etwa 60° C. tobtet das Thier, so-bald sie in das Innere des Cocons gedrungen ist, d. h. nach etwa 10 Minuten,ohne die Seide zu andern.

Häufig bedient man sich eines gewöhnlichen Brotbackofens, den man nach durchdem Ausfahren des Brotes bis auf 75° C. erkalten laßt. Durch den Eindruckder Hitze bewegen sich die Puppen oder schlagen gegen die Wand des Cocons;wenn das dadurch verursachte Geräusch aufgehört hat, ist die Tödtung gesche-hen. Dies einfache und handliche Verfahren ist nur etwas unsicher, weil leichtein Theil verunreinigt oder beschädigt wird. Die frischen Cocons verlieren imBackofen wenigstens 20 Proc. ihres Gewichts an ihrem Feuchtigkeitsgehalt, undwahrend der Aufbewahrung an trocknen luftigen Orten noch bedeutend mehr (zu-weilen 50— 60 Proc.). — Nach Mög ling gelingt das Tödten sehr gut in mit"uftheizung versehenen Räumen (Brutzimmer), wie man sie in größeren Züch-teten ohnehin anwendet. Man heizt das Zimmer, worin die Cocons aufge-hellt sind, auf 55° C. und unterhalt einen lebhaften Luftwechsel mehrere Stun-***«• Dadurch werden die Cocons mehr durch Austrocknung als durch bloßeHitze getödtet und die Seide selbst am besten geschont.

Am gewöhnlichsten ist die Tödtung durch Wasserdampf; ein mit einem du-ch D»m»ffernen Rost bedeckter, gewöhnlicher Wasserkessel ist mit einem hohen, oben ge-lchlvssenen Sturz, oder einer Art Dampfkammer versehen. Sobald das Wasser^bet, sitzt man die Cocons in kleinen, weitmaschigen Körben durch eine ver-letzbare Thür auf den eisernen Rost und laßt sie daselbst etwa eine Viertel-' ^9de lang. Nach dem Herausnehmen schlagt man sie noch einige Stunden

wollene Tücher, damit nicht einzelne Puppen durch die rasche Abkühlung

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^'«ber aufleben und trocknet sie dann in der Luft. Es versteht sich von selbst,°^ß der Dampfapparat nicht gerade über dem Kessel zu stehen braucht, daß viel-sider Dampfkasten, welchem der Dampf aus dem geschlossenen Kessel durch^ Rohr zugeleitet wird, dieselben Dienste thut. — Da die Puppen in dem^wpfsteom nicht zugleich austrocknen können, so werden sie zuweilen durch die^chte Hjtze zum Zerplatzen gebracht und verunreinigen dann die Seidenhülle.

will man bemerkt haben, daß die Fäden durch das Dämpfen fester zusam-^ ^kleben und die Cocons daher schwieriger abzuhaspeln sind, was ohne Zwei-s ^ dem Erweichen und nachherigen Trocknen der Gallerte und des Wachses,^ in dem Gerinnen des Eiweißes der Gummihülle seinen Grund hat. Jm-gewahrt das Dampfen mehr Sicherheit und Gleichförmigkeit. ■— Einej^wndung beider Verfahren besteht darin, daß man die zu tödtenden Cocons^^ssen Sacken in den Backofen bringt.

sich die Anwendung von Hitze ganz zu vermeiden, welche stets ihr Mißli-^ at| d^ben Andere das Tödten durch Erstickung vorgeschlagen, wozu man^wesilwasserstoff, Leuchtgas u. dergl. empfohlen hat. Auch gehört hierher das