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Zweiter Band.
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Spinnen und Weben der Seide. 687

wollengarne gefertigten Waaren heißen »glatte Wollenzeuge-- oder schlechtweg»Wollenzeugen. Das Weben derselben hat nichts vor dem Tuchweben voraus, W,e,n.nur ist bei der größeren Verschiedenheit der einzelnen Fabrikate die Appreturweit mannigfaltiger, was sich ganz nach den einzelnen Fallen richtet.

Die bekanntesten Wollenzeuge sind die folgenden: W»a,

I. Aus Streich wolle: Eigentliches Tuch (nicht geköpert), Kasimir, Pa-piermachersilz, Lama (geköpert), Flanell, Fuß-und Bettdecken, Fries, (glattoder geköpert) sammlich gewalkt. Buckfkin, Doeskin (geköpert, ungerauht).

II. Aus K amm wolle. A. Glatte: Kamelott, Orleans, Moir - Möbel-zeug, Bombasin, Beuteltuch für Mühlen, Krepp, Wollmousselin. II. Ge-köperte: geköperter Wollmousselin, Sarsche, Merino und Thibet, La-sting, Oelpreßtuch. C. Gemusterte: Verschiedene Hosen- und Westen-zeuge, Schuhkord, viele Damenkleiderstoffe, Wollendamast, Shawls.

I). Sammtartige: Wollensammt und Plüsch. E. Wandteppiche(Gobelins) und Fußteppiche.

Viele dieser Zeuge werden zuweilen aus Streich - und aus Kammwollen-garn, andere als halbwollene, d. h. theilwcise aus Baumwolle, meist aus Ketteder einen und Einschlag der andern Art, zuweilen auch aus einem mit Baum-wolle vermischtem Wollenfaden, noch andere aus Wolle und Seide gefertigt.

Seide.

Es ist schon berührt worden, daß nur die Seidenabfalle oder die soge-nannte Florettseide wirklich gesponnen, d. h. nach Art der Baumwolle gekrem- Snn-,,».pelt und durch Strecken und Zusammendrehen der kurzen Fasertheile in Garnverwandelt wird. Dagegen liegt auf der Hand, daß eine von Natur als FadenAuftretende Faser, wie die abhaspelbare Seide nicht erst durch Spinnen in^>nen solchen umgestaltet zu werden braucht. Was man bei der Seide Spin-u«n oder Mouliniren nennt, ist der Proceß, vermittelst dessen man da, wo derAnfache Coconfaden nicht ausreicht, mehrere gedrehte oder ungedcehte einfache^tch Zwirnen vereinigt. — Das Weben der Seide geschieht meist auf Hand- W,b,n.uuhlen; Kraftstühle werden an einigen Orten zwar gebraucht, aber in keiner^werkensweethen Ausdehnung, weil die Zartheit der.Faser zu große Aufmerk-^wkeit erfordert. — Die bekanntesten Seidenzeuge sind:

I. Glatte: Der Lasst, Gros (Gros de Naple rc), Kamelott, Gaze aus e-a-nz»-««.^sschalter und unentschalter Seide, Krepp, Beuteltuch, Bacege.

II. Geköperte: Levantin, Croise, Serge, Bombasin, Atlas.

^ III. Viele dieser beiden Stossarten werden auch gemustert gewoben. Dazu°wmen die Damaste, Bcillantstoffe, brochirte Waaren.

IV- Sammt (achter Sammt). Felpel, Plüsch.

^ 3u den bisher erwähnten Erzeugnissen (Garnen, Stoffen) kommen nochle 3unz ähnlich dargestellten der Band- und Bortenwirkerei hinzu.

Unterscheidung der verschiedenen Gespinnstfasern.

Die Verwendung verschiedener Faserstoffe zu demselben Fabrikate findet3°nwartig in beträchtlicher Ausdehnung statt und zwar am häufigsten beim