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Zweiter Band.
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668 Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.

Weben, bisweilen auch schon beim Spinnen. Im ersten Falle entstehen ge-mischte Gewebe, im anderen Falle gemischte Faden. Bei den Geweben sindentweder die Faden der Kette und des Einschlags an sich schon gemischt, oderungleichartige Faden wechseln darin mit einander ab, vd'er endlich diegleichartige Kette ist aus einem andern Faserstoff, wie der ebenfalls gleich-artige Einschlag. Mit der Vermischung ist fast immer eine Werthvermin-derung und häufig genug eine betrügerische verbunden, so daß es von großerWichtigkeit ist, dieselbe mit Bestimmtheit nachweisen zu können; besondersgilt dies für die Nachweisung von Baumwolle in Leinen und Wolle. Es sindnun nach und nach folgende Methoden zur Unterscheidung der verschiedenenFasern in den Fabrikaten und für praktische Falle aufgekommen.

D,r,hi-,isch,n Z,>ht man die Faden aus dem Gewebe und brennt sie einzeln an, so

von pflanj- J

Uche,

Der

Wolle

Don Baniir«

N'ollen und

kann man aus der Art zu verkohlen, zu verbrennen, sowi« an dem hornarti-gen Geruch die thierische Faser leicht erkennen. Gemischte Faden behandelt manmit Salpetersäure, wodurch die thierischen Fasern gelb werden, die Pflanzenfa-sern nicht; oder in kochender Aetzkalilauge, worin sich nur die thierischen Fasernauflösen. —• In einem Probefarben mit Cochenille färben sich nur die thieri-schen Fasern scharlachroth, nicht die pflanzlichen. Nach Mauniene färbt Zinn-chlorid alle sogenannte Kohlenhydrate, folglich auch die Leinen- und Baumwoll-faser bei 130— 150" schwarz, die Wolle und Seide nicht, was ein gutes undbequemes Mittel abgiebt, natürlich nur für weiße Fabrikate.

Wenn man, nach Lassaigne, das zu untersuchende Fabrikat mit einerAuflösung von Bleioxyd in Aetzkalilauge behandelt, so färbt sich die Wolle inFolge von ihrem Schwefelgehalt durch Bildung von Schwefelblei schwarz, dirSeide nicht. Bei dunklen Farben ist diese Methode nicht anwendbar.

Für die Unterscheidung der Wolle und Seide von einander und von denPflanzenfasern ist zwar das Mikroskop ein treffliches Hülfsmittel, aber demPraktiker wegen Kostspieligkeit oder Mangel an Uebung nur ausnahmsweisezugänglich. Letzteres gilt ebenso sehr für die Unterscheidung der Baumwollen-von Leinen- und Hanffaser.

Ohnehin verändert die Leinenfaser durch die Behandlung beim Bleich^und den damit in Verbindung stehenden Processen ihr Ansehen bedeutend, unwird der Baumwolle ähnlicher, so daß selbst eingeübtes Auge alsdann beideunter dem Mikroskop oder ohne Vergrößerung nach dem Ansehen nickt rne'mit Sicherheit unterscheiden kann. Am schwierigsten ist dies, wenn beideim Faden gemischt sind. Dazu kommt, daß Maschinengespinnst aus reinerLeinenfaser sich stets rauh tragt und immer ein mehr wolliges, baumwollenarNges Anseien gewinnt. — Besteht die Kette eines Gewebes aus Baumwolle, so lap^

sich die Leinwand am leichtesten nach der Queere, besteht der Einschlag aus Baun*wolle, so laßt sie sich leichter der Lange nach reißen. Dieses Kennzeichennatürlich nur für diesen Fall, nicht aber, wenn die Kette oder der Eins ^schon aus verschiedenen oder gemischten Faden bestehen. Aehnlich verbalt ^die Tintenprobe: ein runder Tintenfleck fließt auf dem Gewebe gleickma ^aus, wenn es bloß von Leinen ist, enthalt es Baumwollensaden, so flltpTinte in der Richtung dieser Fäden zu beiden Seiten starker aus. Bon