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Zweiter Band.
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670
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Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.

von Hanf ... 24 bis 35 t

» Flachs ... 27 bis 33

» Baumwolle . 23 bis 31 ) Procent Feuchtigkeit aus der Luft,

» Seide ... 29 bis 33 i

» Wolle . . . .28 bis 37 J

also ziemlich gleichmäßig % bis y 3 ihres Gewichtes. Verschiedener ist die was-seraufsaugende Kraft der Stoffe. Wollene, in Wasser eingeweicht und ausge-drückt, hielten ihr doppeltes Gewicht, baumwollene unter denselben Umstandenetwas mehr, seidene etwas weniger als ihr gleiches Gewicht zurück.

Bleichen der Gespinn ststoffe.

Die spinnbaren Fasern, sowie die daraus gefertigten Products sind zwar (mitAusnahme der Nankinbaumwolle und Naturfarbigen Wolle) an und für sich farblos,(weiß) werden aber gewöhnlich nicht in diesem Zustande erhalten, weil sie im Ver-lauf ihrer Gewinnung, wahrend des Spinnens und Webens vielfache Gelegenheitfinden, fremde färbende Stoffe aufzunehmen. Vermöge der sehr entwickeltenFlachenanziehung der Fasern sind diese Stoffe häufig fest und innig mit derFaser verbunden. In den Fallen, wo die spinnbaren Fasern, Gespinnste undGewebe weiß erscheinen oder gefärbt werden sollen, ist es erforderlich, jene fär-benden Stoffe vorher von der Faser zu entfernen; die zu diesem Zweck ange- |

wendeten Manipulationen und Proceduren machen zusammen genommen die !

Bleichkunst aus. Das Wesen derselben besteht darin, daß man die fär-bende Substanz durch den Einfluß chemischer Agentien so umwandelt, zersetzt,oder zerstört, daß sie dann durch anderweitige Hülfsmittel, theils chemischetheils mechanische, von der Faser fortgeschafft werden kann. 1

B ; Die färbenden verunreinigenden Substanzen, um die es sich hier drehst j

sind organische, in der Regel sehr zusammengesetzt und deshalb um so leicht" j

der zersetzenden Einwirkung der bleichenden Agentien unterworfen. Die Faser»sind zwar weit festere Verbindungen und widerstehen weit länger, unterliege»jedoch mit der Zeit ebenfalls; z. B. Luft und Feuchtigkeit wirken nur schwachauf die Pflanzenfasern, verwandeln sie jedoch mit der Zeit völlig in Hum»^Darnach beruht das Bleichen lediglich darin, daß die färbende Substanz weckfrüher als die Faser von dem Bleichmittel zerstört wird und daß letztere mith)»sehr gut der zerstörenden Einwirkung entzogen werden kann, ehe sie bemerklichangegriffen werden. — Der Begriff von Bleichmittel ist relativ. So ver-schieden die Farbstoffe in ihrer Natur, Zusammensetzung und Verhalten si»^so verhalten sie sich doch ziemlich gleich gegen die Bleichstoffe, ohne daß sidarüber gerade eine allgemein gültige Regel aufstellen läßt. So werden ^meisten durch Oxydation zerstört, andere dagegen gerade durch Oxydation 9 * j

bildet u. s. w. Was mithin für gewisse Farbstoffe ein Bleichmittel ist, ' |

für andere das Gegentheil. Ebenso verhalt es sich mit den Faserstoffen stl 'einige widerstehen einem Bleichmittel, welches andere zerstört; Chlor, Al a>vertragen sich mit der vegetabilischen Faser, zerstören dagegen Seide »

Wolle.