Pflanzenfarbstoffe, rothe. 733
schwarzen Niederschlag, Kupfersalze einen grünlichen, der an der Lust dunkelblauwird. Mit Chromsäure wird es zersetzt, wobei sich eine braune Verbindungbildet, die mit dem gleichzeitig entstandenen Chromoxyd ein dauerhaftes Schwarzbildet. Ammoniakflüssigkeit löst das Hamatoxylin mit schön purpurrothec Farbeauf, die bei Luftzutritt in ein tiefes Schwarzroth übergeht. Ein AequivalentHamatoxylin — C 40 H 34 O 15 nimmt dabei 3 Aequivalente Sauerstoff auf undzerfallt damit in 2 Aequivalente Wasser und 1 Aequivalent eines neuen Körpers,des Hamate'tns := C, 0 H 30 0 16 , welches mit dem Ammoniak verbundenbleibt. Der Vorgang hat mithin viel Aehnliches mit der Bildung von rothenFarbstoffen aus Flechten. Durch Schwefelwasserstoff wird Hamateinlösungentfärbt; dabei findet jedoch keine Reduckion und mithin keine Rückbildung inHamatoxylin statt, was der Fall zu sein scheint, wenn man in der LösungNiit Zink und Schwefelsaure Wasserstoff entbindet. Nach alten Erfahrungen>fl ein Campeckeholz-Auszug mit destillirtem Wasser gelb, höchstens orange, wah-rend mit gewöhnlichem Wasser bereitete eine dunkelblutrothe Farbe besitzen, diedurch Sauren in Gelb verwandelt, durch Alkalien wieder hergestellt wird. Eben-so hat man schon langst die kräftige Absorption des Luftsauerstoffs durch fri-sches Campecheholz und durch das Erkract daraus beobachtet; Erfahrungen,welche mit den Eigenschaften des Hamatoxylins zusammenhangen. Die An-wendung der von Erd mann gegebenen wissenschaftlichen Grundsätze auf dieErklärung der praktischen Färberei mit Campecheholz, ob die Umanderungs-prvducte des Hamatoxylins mehr auf der Faser gebildet, ob sie mehr fertig ge-bildet darauf befestigt werden, ist bis jetzt noch nichtin's Klare gebracht; nurs° viel scheint sicher, daß mehrere Umsetzungsprvducte des Hamatoxylins dabei°we Rolle spielen.
Eine Reihe anderer Farbhölzer, welche von verschiedenenArten des der Legu-witiosenfamilie ungehörigen Geschlechts Oaesalpinia abstammen, pflegt man unter
Namen »Rothholz« oder Brasilien holz zusammenzufassen; dasBrasi-^vhoiz wird schon seit Jahrhunderten in der Färberei gebraucht*). Die erstel 'tib edelste Sorte ist:
Das Fernambukholz, nach dem Fort Fernambuque, aber auch achtes^asilienholz genannt. Nach Einigen soll die in Brasilien, Westindien wachsendeMutterpflanze Oaesalxinia crista, nach Anderen C. echinata sein; nur der in-
*) Schon geraume Zeit vor der Entdeckung des ursprünglich Vera Cruz genanntenLandes, durch Peter Alvarez Cabal (1500), welches erst weit später denNamen Brasilien erhielt, sind rothe Farbhölzer unter dem Namen Brasilienholzgebräuchlich gewesen. Solche kommen in den Schriften des spanischen RabinerSKimichi von 1190 als »Bresil« und »Brasil«, in Urkunden von 1198 und von130Q unter dem Namen »Braxilis« vor; auch hieß der KermeS damalsim Italienischen grana de brasile. Es scheint daher das Land eher von.
Holz den Namen zu führen, als umgekehrt; wenigstens fanden die Spanier sehrbald nach der Entdeckung Amerikas, nach dem Zeugniß von P. Martys (1494),Wälder von Rothholz. Dieses hieß übrigens im Mittelalter bei den Italienernauch Verzino.
Hft'uiarkin.
Brasile»
holz.
Fernambuk