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Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.
sk°,»-Tl-ch-der Lecanorsäure erhielt Schunck*) aus dem ätherischen Auszuge, wie bemerkt,"ftofV,.' noch einen ähnlichen Körper, am reichlichsten aus (mit Urceolaria scruposavermischter) Lecanora parella, den er deshalb Parellsaure nennt (nachStrecker wahrscheinlich Ci 8 H 12 O a ). DieParellsaure verwandelt sich bei Gegen-wart von Ammoniak durch die Lust in Braun, nicht in Roth.
Von Roceiia Heeren erhielt aus der Rocella tinctoria eine ganz andere der Bildung'incfma. ^ zu Grunde liegende Substanz, die daraus durch Digestion mit
Alkohol oder mit Ammoniak dargestellt werden kann. Er nennt sie Erythr in(die Zusammensetzung ist nicht naher ermittelt). Das Erythrin ist in kaltemWasser und Aether unlöslich, löst sich aber in Alkohol; längere Zeit damit ge-kocht, zersetzt es sich damit zu einem Körper, der sich mit Ammoniak an derLustgerade so färbt, wie das Erythrin selbst**). Dieses letztere bildet dabeiFlechten-roth, einen weinrolhen Farbstoff und eine gelbe Substanz; wahrscheinlich wirdErythrin nicht unmittelbar in den Farbstoff, sondern erst in ein Zwischenglied,das Erythrin bitter, verwandelt. — Kane stellte auf einem sehr umständlichenWege (Ausziehen mit Alkohol und Behandlung des Extracts nach einander mitWasser, Kali, Salzsäure, Lösung des gefällten Körpers in Ammoniakwasser, Zu-setzen von Chlorcalcium, Absiltriren des entstandenenNiederschlags und Ausfällendes nunmehr reinen Körpers) aus der Rocetla tinctoria abermals einen anderen,aber Heeren'S Erythrin ähnlichen Körper, das Erythylin dar, welches "als den Ausgangspunkt der von ihm untersuchten Reihe von Körpern aus derOrseilleflechte ***) betrachtet. — Aus sogenannter Angolaflechte, die von Angolaund Madagaskar kommt, erhielt Schunck, der sie für RoccIIatinctoria hielt-sowie Stenhouse (in der nachher zu erwähnenden Untersuchung), der sie fürRocella Montagnei erklärt, mittelst Auskochens in Wasser einen, Heeren'^Erythrin und Kan e's Erythrylin ähnlichen, Körper den ec Ery k hrinsä ure (^*C 20 H 2S O 10 P bei 100° C.f) nennt. Sie löst sich in Wasser, Aether und Al-kohol; längere Zeit mit Alkohol gekocht, bildet sie damit Erythrinsaure - Aethrt(wie die Lecanorsaure Lecanorsäure-Aether); längere Zeit mit Wasser gekochtverwandelt sie sich in Picroerythrin; unter dem Einfluß von Alkalien verwau-delt sie sich beim Kochen in Kohlensäure und Orcin (wie Lecanorsaure);Ammoniak in Auflösung der Luft ausgesetzt, wird sie dunkelroth und purpurN-Auch Stenhouse kam bei der Untersuchung einer größeren Varietät der
*) Zugleich mit einem dritten nicht genauer untersuchten Körper C S0 H S4 08, ^wahrscheinlich Heeren's Pseuderythrin ist.
'*) Er nennt diesen Körper Pseuderythrin, Kane nennt ihn Erythrin, ^Schunck betrachtet ihn als den Aether der Lecanorsaure — C S! H J6 0 9 derAlkalien unter Abschluß der Lust Orcin bildet. Heeren entdeckte außer ^in der Flechte einen zu den fetten Säuren zählenden Körper, die Rocellsa"nach Schunck = C S4 H«0 5 ,H 2 0. , ^
***) Nämlich, Erythrin (von dem gleichnamigen Körper Heeren'S verschl^^aber einerlei mit Schunck'S Lecanorsäureäther), dann Amerythrin (#ren's Srylhrinbitter entsprechend) und Telerythrin. t j e
+) Die im Folgenden mit einem * bezeichneten Formeln von Flechtenstoffen st»von Strecker berechneten.