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Pflanzenfarbstoffe, rothe.
neue Industriezweige in der Fabrikation von Krappblumen von Ga-D-r Krapp,rancin, Garanceux und von Eolorin, welche sammt und sonders auf derwichtigen Beobachtung fußen, daß die rothen Krappfarbstoffe der concentrirtenSchwefelsaure noch unter Umstanden widerstehen*), unter denen Holzfaser unddie meisten anderen Pstanzenstoffe bereits zerstört werden, sowie daß jene Farb-stoffe in verdünnten Sauren, also auch in verdünnter Schwefelsaure ganz undgar unlöslich sind.
Wenn man gemahlenen Krapp mit seinem 11- bis 12fachen Gewicht,mit etwa Vs Proc. Schwefelsäure angesäuertem, Master anmacht, eineZeit lang stehen laßt und das Ganze dann auf ein wollenes Seihetuchbringt, so läuft eine saure Flüssigkeit ab, welche verschiedene Sauren undSalze des Krapps, Ruberythrinsaure (ffanthin), Schleim, Pectin, Zucker rc. ent-halt. Der Rückstand ist gereinigter Krapp; er wird so lange mit Wasser aus-gewaschen, als dieses noch sauer ablauft, dann in einer hydraulischen Presse abge-preßt, in einer Trockenstube bei 50° — 60° getrocknet und durch Siebe geschlagen.
Dieses neuerdings im Handel unter dem Namen --Krappblumen-- (ileursde garance) aufgetauchte Product sieht äußerlich vollkommen wie gewöhnlichergemahlener Krapp aus, hat aber nicht den Geruch desselben und einen anderenvon dem des Krapps abweichenden sehr schwachen Geschmack. Die Farbekraftdes gemahlenen Krapps soll durch seine Verwandlung in Krappblumen um'sDoppelte vermehrt werden.
Bei der Fabrikation des » Garanein-- bedient man sich der Schwefel-saure in concentrirterer Form und in der Absicht, dadurch die verschiedenen dierothen Farbstoffe begleitenden Substanzen nicht bloß aufzulösen, sondern sie zuZerstören. Die Idee, concentrirte Schwefelsaure zur fabrikmäßigen Veredlungdes Krapps anzuwenden, stammt von Robiquet und Colin, die mit demHause Lagier und Thomas in Avignon 1828 ein Patent darauf nahmen.
Darnach erhitzten sie, vorher dreimal hinter einander mitWasser ausgewaschenen,
Krapp mit seinem halben Gewicht Schwefelsaure von einer bestimmten, aberdicht naher angegebenen Concentration eine Stunde lang auf 100°, wobei dieschwefelsaure verschiedene Bestandtheile der Krappwurzel zerstört (verkohlt), undTuschen die beinahe schwarz aussehende Masse, »schwefelsaure Kohle-- ge-dannt, bis zur vollständigen Entfernung der Säure. Die schwefelsaure Krapp-dvhle fand anfangs nur langsam und schwierig Eingang bei den Färbern undKattundruckern und es wahrte mehrere Jahre, bis man gelernt hatte, einerseits^s Fabrikat mehr dem Bedürfnisse, andererseits die Anwendung den Eigen-tümlichkeiten des Fabrikats anzupassen. Erst seit 1836 etwa hat die neue Fa-"^kation Aufschwung und seit 1840 einen regelmäßigeren Absatz von dem Um-
*) Im Oktober 1826 hinterlegten Persoz und Gaultier de Glaubrh eineversiegelte Abhandlung bei der Akademie d. W. in Paris, worin diese Beobach-tung enthalten war; sie wurde im December 1827 darin vorgelesen. In dem-selben Jahre hinterlegten auch Colin und Robiquet eine versiegelte Abhand-lung, welche von derAnwendung der Schwefelsäure auf die Reinigung desKrappshandelte.
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