Pflanzenfarbstoffe, blaue. 761
heit der verschiedenen Methoden ist, die nur in weniger wesentlichen Punktenvon einander abweichen.
Bei der Ernte schneidet man dieJndigpflanze, welche 2—3 Fuß hoch wird,wenige Zoll über dem Boden ab, und wiederholt dies, so ost wieder neue Ausschlageaufgesproßt sind; es können so im Jahr mindestens 2, oft 3, selbst 4 Schnittegemacht werden, je nach Boden, Klima und Jahreszeit. — Auf Java, wo das, nachstehende Verfahren üblich ist, spricht man die Pflanze für reif an, wenndie Blüthe beginnt und die Blatter beim scharfen Umbiegen brüchig erscheinen,und schneidet die Pflanze, so viel dies die Verhältnisse erlauben, in diesemZeitpunkt der Entwickelung, um sie sofort frisch zu verarbeiten. Zu dem Zweckehat man große steinerne Behälter von 25 bis 30 Fuß im Gevierte und 3 bis4 Fuß Tiefe, also von etwa 70 — 120 Eubikfuß Inhalt, von denen jedesmaldrei zusammen gehören und terrassenförmig übereinander angeordnet sind, so daßMan bequem einen in den anderen entleeren kann. Die Arbeit beginnt damit, daßMan die geernteten unzerkleinerten Pflanzen in den obersten Behälter einbringt,Und darin unter Wasser setzt. Das Einschichten muß mit Sorgfalt und einer ge-wissen Regelmäßigkeit, nämlich so ausgeführt werden, daß die Masse zwar dichtgeschichtet liegt, aber vom Wasser noch leicht durchdrungen wird, und anderer-seits keine großen Zwischenraume oder Lücken bleiben. Weil das Kraut inder Kufe steigt und mit Gewalt aufquillt, ist es nothwendig, die eingeschichteteMasse vorher fest zu spreizen, man legt daher über diese von Fuß zu Fuß einBambusstück so lang als der Behälter breit ist, und quer über diese Bambus-Üücke 3 bis 4 starke Balken oder Riegel, die mit ihren beiden Enden in die1 Löcher von eingerammten Pfählen eingeschoben werden. Man laßt nunmehrMaster zu, so daß dieses das Kraut 2 — 3 Zoll hoch bedeckt, worauf das^anze ruhig stehen bleibt. Nach einigen Stunden kündigt sich der Eintrittdw Gährung durch Temperaturerhöhung, durch Gasentwickelung und in8vlge dessen durch eine lebhafte aufwallende Bewegung der Flüssigkeit an.,^as aufsteigende Gas soll entzündlich (Wasserstoff-, kohlenwasserstoffhaltig?), nachRuderen Versuchen nur ein Gemenge von den Bestandtheilen der Atmosphäre mitKohlensaure sein, deren Menge mit steigender Gahrung zunimmt. Die Flüssigkeit'ß anfangs grün, geht nachher in's Gelbe, wird erst hell- dann dunkelgelb und^Mmt, wenn die rechte Periode eingetreten ist, die Farbe des alten Madeiraweinsj!^- Zu gleicher Zeit bilden die entwickelten Gase erst einzelne Blasen, dann einenSchaum; zwischen diesen Blasen, nachher auf diesen selbst, zeigt sich ein un-^dsich dünnes kupferfarbiges, farbenspielendes Hautchen. Es rührt davon her,die umgebende Luft oberflächlich etwas von dem aufgelösten Indiz als■ jf nb igblau niederschlagt. Der Geruch ist anfangs und im Verlauf der Gah-*^8 bis zum richtigen Zeitpunkt nicht von dem eigenthümlichen der Jndig-^ wie man in der Nähe der Jndigfelder bemerkt, verschieden, wirdwenn man sie weiter fortschreiten laßt, stinkend. Der nächste Zweck derEhrung ift, dje den Jndig bildende Substanz aus der Pflanze an das Wasserd übertragen. In der That mehrt sich der Jndiggehalt von dem Beginn^ Nahrung an und wachst eine Zeit lang, um wie die Erfahrung lehrt inn spateren Stadien derselben wieder rasch abzunehmen. Es handelt sich also
Jndig.
Gewinnungauf Java.