Gewimumg,auf Java.
762 Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.
D-r Jndig.ggnz wesentlich darum, die Gährung rasch und gerade in dem Zeitpunkt zuunterbrechen, wo die Flüssigkeit auf dem Höhenpunkte des Jndiggehaltes steht.Aber unglücklicher Weise fehlt es ganz an einem Kennzeichen, um diesen wich-tigen Zeitpunkt, von dessen Beobachtung der Gewinn der Jndigpflanzer ganzund gar abhängt, sicher und leicht zu bestimmen, an einer Erscheinung, welcheihn als eintretend oder eingetreten verkündigt. Man begnügt sich damit,eine Probe in einer Tasse einige Zeit zu schwenken, oder öfter aus einemGlas in ein anderes zu gießen (beides um die Luft recht vielfach mit derFlüssigkeit zusammenzubringen) und halt die Flüssigkeit für reif, wenn der ent-standene blaue Niederschlag sich rasch und leicht in wohlgeschiedenen Flockenabsondert. Auch das Weichwerden der Sprossen, und wenn die Blatter eineblaßgelbe Farbe annehmen, gilt für ein Zeichen der Reife. Höhere Lufttempe-ratur, große Massen des Stoffes beschleunigen die Gahrung, ebenso Verunrei-nigung der Behälter von früheren Operationen, wo dann die anhangendenStoffe als Gahrungserreger dienen. Meist kann man die Gahrung nach 12—15Stunden erst unterbrechen, doch hat man schon schönen Indiz nach 6^- — 7-stündiger Gahrung bei einer Luftwärme von 25° — 28° C. gewonnen. Wieman angiebt, soll das Kraut 12 bis 14 Proc. seines Gewichtes durch das Aus-ziehen verlieren, und die entstandene Flüssigkeit bei einem specifischen Gewichtevon 1,003, auf 1000 bis 1400 Gewichtstheile 1 Gewichtstheil Jndigenthalten.
Sobald die gegohrene Flüssigkeit die rechte Beschaffenheit zeigt, wird diesein den zweiten Behälter abgelassen und darin »geschlagen--, d. h. mitSchaufeln oder Rührscheiten umgerührt oder vielmehr gepeitscht, theils »waus der Flüssigkeit die aufgelöste Kohlensaure zu entfernen, theils um sie fernermöglichst vielseitig mit der Lust in Berührung zu bringen und durch dietige Bewegung den niedergeschlagenen Zndig, der an sich lockere, zarte Flockenbildet, zu dichteren, körnigen Partikeln zusammenzuballen, die sich leicht und ohneVerlust von der Flüssigkeit trennen lassen. Diese letztere wirst dabei einen starkenSchaum auf, der mitunter so steigt, daß man ihn mit Oel dampfen muß, abernacheiniger Zeit von selbst aufhört, wahrend die Farbe der Flüssigkeit durch Grün •"das tiefste Dunkelblau übergeht und fast wie Tinte aussieht. Wenn eine Probe der S*'schlagenen Flüssigkeit in einer Tasse ohne Schaum ruhig steht und sich die blauenFlocken rasch und leicht von der klaren, nunmehr wieder in ihrer anfängliche"Farbe auftretenden Flüssigkeit scheiden, was nach etwa 1^/z Stunden eintritt, ist ^Operation vorüber, und sämmtlicher Jndig durch den Sauerstoff der Lust *Blau umgewandelt und abgeschieden. Setzt man das Schlagen zu lange st 'so zertheilen sich die erstgebildeten dichten Flocken oder Körner wieder undAbsitzen ist ohne Noth erschwert. Wenn diese Abscheidung durch das bSchlagen nicht gelingen und der Schaum nicht vergehen will, so gießt
einige Eimer Kalkwasser hinzu, oder statt dessen Soda ooer ^
M* um*, .
oder Pottaschenlaug^
doch betrachtet man dies immer als ein Uebel, welches bei guter Leitung "eintreten sollte. Erst nachdem die geschlagene Flüssigkeit sich über Nacht a .setzt hat, kann man den Erfolg der Arbeit mit Sicherheit beurtheilen; 5 eI 9 ^die über dem blauen Bodensatz stehende Flüssigkeit klar und dabei wieder