Psianzenfarbstoffe, blaue. 763
der Farbe des Madeira (in kleinen Mengen gesehen, schön gelb), so ist die Ar-D« J„digbeit gelungen; hat sie dabei eine gelbe, in's Grünliche ziehende Farbe, so ist ^w>n,mngein mittlerer, erscheint die Flüssigkeit aber trübe, graugrün, so ist ein schlechterErtrag in Aussicht. Am andern Morgen laßt man die Flüssigkeit ab und denbreiartigen Bodensatz in den dritten Behälter, wo er, lediglich »mein gleichförmi-geres Produkt zu gewinnen, mit den Jndigabsatzen vieler Operationen vereinigt,und dieJndigmasse daraus — entweder unmittelbar, oder nach dem man sie vor-her zur Reinigung mit Wasser (oder, wie Manche thun, mit Sodalösung) abge-kocht und wieder durch Absitzen geschieden — in die mit Leinwand ausgekleidetenAbtropfbottiche gebracht wird. Lauft kein Wasser mehr ab, so kommt diefeuchte Masse unter die Presse, wird darin zu Kuchen von Consistenz derKasematte zusammengepreßt, in Stücke von 3 Q.-Z. geschnitten, und imTrockenhause auf Horden getrocknet, die man oft um das Ankleben zuverhindern mit Asche bestreut. Damit die Kuchen nicht durch die starkeSchwindung reißen und zerbröckeln, muß die Trocknung jedenfalls im Schat-ten und zwar sehr langsam vor sich gehen; sie wahrt in der That 6 — 8 Wo-chen. Die Stücke haben dann nur noch 2 Quadrat-Zoll, werden von Ascherein gebürstet, und aus große Hausen dicht zusammengesetzt, die man zum Be-huf des »Schwitzens--, wie die letzte Operation genannt wird, mit wollenenTüchern bedeckt. Wenn man nämlich den Indiz unmittelbar verpackt, so er-hitzt er sich in den Kisten etwas und treibt Feuchtigkeit an die Oberflache derStücke, die dort verdunstet und einen weißen Anflug zurücklaßt — ob vonsalzartigen Körpern, ob eine Art Schimmel, ist ungewiß —, der dem Ansehender Waare schadet. Das Schwitzen ist nun das Austreiben dieses Anflugsvor der Verpackung; nach etwa 8 Tagen ist der Zweck erreicht, wo man dieJndigstücke nochmals abbürstet und dann verpackt.
Man rechnet von einer Beschickung der beschriebenen Behälter, d. h. von18700 bis 19000 Pfd. grünen Jndigpflanzen, 36 bis 40 Pfd. trockenen Jn-dig, also ziemlich 500 Pfd. Blatter auf 1 Pfd. Indiz*). — Das beschriebeneVerfahren ist das überhaupt am häufigsten gebrauchte, doch schlügt man anManchen Orten einen verschiedenen Weg ein. In Aegppten sollen die Indiz-pflanzen mit kochendem, nach Anderen mit Wasser von 65«— 70° ausgezogenwerden, und auf diesem Wege, der auch in Ostindien mehrfach Eingang ge-funden, ein Fabrikat erster Qualität an Schönheit der Farbe und LockerheitEhalten werden. Es sei außerdem noch darum Vortheilhaft, weil die Jndig-fubstnnz weit rascher und vollständiger aus den Pflanzen ausgezogen werde;
^ese gäben durch Wiederholung des Ausziehens keinen Jndig, wahrend durchWährung behandelte Pflanzen durch eine zweite Gahrung auch ein zweites Mal,obwohl weniger, Jndig geben. Endlich sei das Ausziehen durch heißes Wasserp'cht in der Weise, wie das Gahrungsverfahren durch Übeln Geruch lästig. —
*) Wenn die, seiner Zeit von der Jndustriegesellschaft in Wien mitgetheilten Ver-suche richtig sind, so soll man nur 280 bis 300 Pfd. Kraut von Polygonumtinctorium zu 1 Pfd. Jndig bedürfen, nach dem französischen Chemikern dagegen700 bis 800 Pst., obwohl auch 130 Pfd. und weniger angegeben wird.