Thierische Karbstoffe, roihe. 781
lack wird nun oft schon in den Landern, die ihn produciren, in der Art verar- Gummibeitet, daß man ihn zerkleinert, den Farbstoff, ohne das Harz zu schmelzen, aus- 1 “
Zieht und daraus ein Farbmaterial, Lack-Lack und Lackdye*) darstellt. Dasseines Farbstoffs fast ganz beraubte, zerkleinerte Harz ist der Körnerlack desHandels. Durch Ausschmelzen dieses in Beuteln, Ausdrücken um die Unrei-nigkeiten zu entfernen und Formen des flüssigen Harzes auf Pisangblattern, ge-winnt man den bekannten Schellack**).
Die Fabrikation des Lack-Lack ist zuerst von der englisch-ostindischen Com- ea-k-l-,«.pagnie nach der Angabe eines Wundarztes Namens Stephens, in Gangund das Product zum erstenmal 1793 in den Handel gebracht worden. Siebesteht darin, daß man den von den Holztheilen abgeschälten und grob zerklei-nerten Stocklack, nachdem er vorläufig mit Wasser abgespült ist, 12 bis 15Stunden lang mit einer ganz schwachen Sodalösung (von V/B. etwa) in derKalte oder bei einem Wärmegrad, welcher den Stocklack noch nicht erweicht,stehen läßt und inzwischen mit einer Bürste gegen die Wände des GefäßesMehrmals reibt: das erstere, weil eine stärkere Sodalösung zuviel Harzlösen, das letztere, weil das schmelzende Harz zuviel Farbstoff einschließen würde.
Man erhält so eine gefärbte Flüssigkeit, die man abgießt; das rückständigeHarz wird noch 6 — 8mal, aber mit bloßem Wasser ausgezogen, wie vorher.Sämmtliche Farbenbrühen werden sofort zusammengegossen und mit einerschwachen Alaunlösung (von etwa 3°B.) so lange versetzt, als noch ein Nieder-schlag entsteht. Das Alkali fällt nämlich aus dem Alaun Thonerde, die sichsogleich mit dem Farbstoff, sowie mit dem gleichzeitig aufgelösten Harz zu einemNiederschlag, einem Lack, verbindet. Diesen läßt man sich zu Boden setzen,gießt die darüberstehende (bei richtigem Verfahren farblose) Flüssigkeit ab undwirft den feuchten Bodensatz zum Abtropfen auf ein Seihetuch, um ihn endlich>n viereckige Täfelchen zu theilen und zu trocknen.
Der Lack-Lack, in der Weise dargestellt, enthält etwa die Halste seines Ge-Wichts Farbstoff, wahrend die andere Halste etwa zu V- aus Thonerde undru % aus Harz bestand. Dieser hohe Harzgehalt war für die Anwendung,
?Um Behuf welcher der Lack-Lack mit concentrirter Schwefelsaure zersetzt wer-den mußte um dieses und die Thonerde abzuscheiden, ein großer Uebelstand,der die ostindische Compagnie später veranlaßte, dasVerfahren (in einer von Zurn-d»ll angegebenen Weise) zu verbessern. Man erhält so ein von Harz reineresproduct, das Lackdye, welches sich sonst von dem vorigen nicht wesentlich un-^rscheidet. ■— Zum Behuf des Farbens mengt man das gepulverte Lackdye^it concentrirter Salzsäure, oder in einem Gemisch von Salzsäure und Zinn-^iorür, wobei sich die Thonerdeverbindung zersetzt und der Farbstoff löst. Nach^ständigem Stehen verdünnt man die Masse mit Wasser und benutzt died^rdünnte Flüssigkeit.
*) Aus dem Englischen von to die, dying, färben.
*) Ebenso; eigentlich shell-lae, von shell, Schale oder dünne Platte.