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Zweiter Band.
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782
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782 Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.

Der Farbstoff der Gummilackschildlaus ist derselbe wie der der Cochenille,so daß man das Lackdye bei mehreren Farben, besonders Scharlach, als Er-satzmittel der Cochenille anwendet.

Mineralische Farbstoffe.

Blutlaugensalz.

G«schichte. Die prächtige blaue Farbe, welche Eisensalze in Lösungen von Blutlaugen-salz hervorbringen, hat die Veranlassung zur Erfindung der Fabrikation diesesSalzes, des Rohstoffs des Berlinerblaues, gegeben. Der bekannte AlchemistDippel (geboren 1673 auf dem Frankenstein bei Darmstadt, gestorben alsdänischer Kanzleirath 1734) beschäftigte sich seiner Zeit mit den brenzlichen Pro-ducten aus Blut und reinigte u. a. das daraus gewonnene, nach ihm benannteol«im gllimsle Dippeiii, durch wiederholte Rectification über Kali. Von die-sem Kali erhielt ein Farbenfabrikant Namens Dies dach und bediente sich des-selben zum Niederschlagen von Florentinerlack (aus mit Alaun und Eisenvitriolversetztem Cochenilleabsud). Er erhielt statt des rothen Lacks einen blauen Nie-derschlag, dessen Entstehung Dippel, darüber zu Rathe gezogen, auf die rechteQuelle zurückführte. — Die neue Entdeckung wurde sofort als Geheimniß aus-gebeutet und noch 1710 in den Miscelianeis berol. angepriesen, bis im Jah^1724 ein Engländer, Namens Woodward die erste Vorschrift in den Phil°'soph. transactions bekannt machte. Darnach soll durch Verpuffung vonWeinstein und Salpeter gewonnenes kohlensaures Kali mit trockenem Rinds-blut calcinirt, das Produkt ausgelaugt und die Lauge mit Alaun und Eisen-vitriol gefallt werden. Wegen der Anwendung des Bluts hieß die zum Fäl-len des Berlinerblaues dienende Flüssigkeit lange Zeit »Blutlauge«. Schs"1724 lehrte Brown auch Fleisch und 1725 Grossroy Wolle und Hirsch-horn statt Blut anzuwenden. — Mac quer lehrte 1752 aus BerlinerblnNrückwärts durch Alkalien Blutlauge darzustellen. Daß ein besonderes Salz nusBlutlauge durch Krystallisation dargestellt werden könne, erwähnt juwSage 1772.

Begriff Das Blutlaugensalz der Fabriken ist mit verschiedenen anderen Salze"-verunreinigtes Cyaneisenkalium. Das letztere enthalt, wenn krystallisirt, 3 2M'"'*■ Wasser und ist nach dem Verhältniß C 6 N 6 FeK 2 + 3 H 2 0, d. h. in 100 T(M17,03 Kohlen-, 19,87 Stickstoff, 13,24 Eisens, 37,09Kalium und 12,77 SB«rser zusammengesetzt. Das Cyaneisenkalium löst sich in 4 Thln. kaltemschon in 2 Thln. heißem Wasser; es wird aus der wässerigen LösungWeingeist gefallt, indem es darin unlöslich ist. Bei der Siedhitze des Wast^

*) Das Eisen wird bekanntlich im Blutlaugensalz weder von Alkalien, no fySchwefelwasserstoff gefällt, kann mithin nicht in dem Zustand darin enkysein, wie in den gewöhnlichen Gisensalzen.