8l>8
Sechste Gruppe. Bekleidungsgewerbe.
methodischen Auslaugung unterwirft, wobei der in der Flüssigkeit gelöst enthal-tene Indiz durch Stehen an der Luft gefallt und so gesammelt wird.op'km.n,- Die Opermentküpe enthalt als Reductionsmittel das der arsenigenSaure entsprechende Schwefelarsenik oder Operment (As 2 S 3 ), welches mit Kalkund Pottasche, oder statt dessen Aetzkalilauge, dem Indiz und Wasser zugesetztwird. Durch die Einwirkung des Kalis auf Operment entstehen arsenigsauresKali und arsenschwefliges Schwefelkalium, die sich dann durch Sauerstossauf-nahme oxydiren und dem Jndigblau so Wasserstoff liefem. Die Opermentküpeist als eigentliche Küpe nicht mehr gebräuchlich, dagegen wird mit Opermentgelöster Indiz im Zeugdruck zu Schilder- oder Kastenblau regelmäßig ge-braucht. Man kocht zu dem Ende 6 Thle. Pottasche, 5Thle. Kalk, 5 Thle. Indizund 6 Thle. Operment in 80 Thle. Wasser, laßt absitzen und zieht die klare Flüs-sigkeit ab, die den Indiz gelöst enthalt. Zum Drucken wird diese noch mitGummi verdickt. Ebenso findet, besonders für hellere Schattirungen,
.-unnsalz- die Zinnsalzküpe Anwendung. Zu 1 Thl. Jndig, vorher mit 8 Thln.n ' Wasser abgerieben, setzt man 26,5 Thl. Kalilauge von 14° B. und 4 Thle Zinn-salz, und halt das Gemenge eine Stunde lang aus der Temperatur von etwa60°. Das Zinnchlorür verwandelt sich unter Bildung von Jndigweißkali, welchessich auflöst, in Zinnchlorid. Ein Bodensatz entsteht nicht oder nur durch zufäl-lige Unreinigkeiten des Jndigs. — Auch durch fortgesetztes Kochen mit metalli-schem Zinn in Kalilauge, löst sich der Jndig.
Al igem,i- Mittelst einer der beschriebenen Küpen können zwar eigentlich alle Waaren
Amv-ndbmk-ogefärbt werden, aber sie sind doch für besondere Farbezwecke keineswegs gleich^'geschickt. Die Waidküpe z. B., obwohl im Allgemeinen für Leinen, Baum-wolle, Seide und Wolle anwendbar, wird so gut wie ausschließlich für letztere,sowohl für Tücher als unversponnene Wolle, gebraucht; sie giebt die schönsten,glänzendsten und haltbarsten Farben unter allen Küpen, und besonders satte undlebhafte, wenn sie mit der besseren Sorte Waid angesetzt ist. Ohne diese vor-züglichen Eigenschaften hätte die Praxis wahrscheinlich längst der Waidküpe, beider sehr schwierigen Führung, zu Gunsten der anderen entsagt. — Die Pott-ascheküpe giebt, wegen der größeren Löslichkeit des Jndigweißes in Kali, wellsie also unter denselben Umstanden in gleichviel Flüssigkeit mehr Farbstoff ent-hält, dunklere, besser durchgefärbte, allein auch weniger reine und trübere Töne;sie dient daher einerseits auf Wolle *) und Tücher, besonders feine Tücher, undzwar für ganz dunkles Blau, bei welchem der Mangel an Reinheit der Farbeweniger in die Augen fallt, und ist u. a. für diesen Zweck im nördlichen Frank-reich sehr üblich; andererseits ist sie für Seide die beste und gebräuchlichste, wellsie am raschesten färbt. Das Blau der Pottaschenküpe hat etwas Sanftes, Weiches,aber nicht so in's Rothe Gehendes. ■— Sowie die Gährungsküpen für die thie-rischen Faserstoffe, so ist die Vitriolküpe für die vegetabilischen, für Leinwandund Baumwolle besonders qualisicirt und fast ausschließlich gebraucht.schon bemerkt, dienen die Zinnsalz- und Opermentküpe für die örtliche Färbung
*) SHan will gefunden haben, daß in Pottascheküpen gefärbte Wolle sich schlecht ver-spinnt, was indessen von anderer Seite bestrttten wird.