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Von der Färberei. Anhang; Jndigfärberei.
im Zeugdruck. — Das Färben von ganz lichten Tönen aus Küpen ist im Allge-meinen sehr schwierig, weil dann der Einfluß der Farbstoffe und fremden Körper,die sich neben dem Jndigblau auf die Faser befestigen, um so augenfälliger hervor-tritt. Aus diesem Grund stellt man solche Schattirungen gewöhnlicher mit demzwar sehr reinen und schönen, aber auch unächten Sächsischblau dar.
Wie sich von selbst versteht, setzt das Färben in den Küpen, wie alle Färberei, 1
voraus, daß die Zeuge vorher zubereitet und gereinigt sind; indessen hängt das !
Gelingen noch von einigen anderen Handgriffen ab. Zunächst ist zu vermeiden, i:
daß die Faser mit unaufgelöstem Indiz in Berührung kommt, weil dieser zwar j
oberflächlich an der Faser haften bleibt, aber nachher beim Reinigen wieder los- j
und so verloren geht, auch wohl Ungleichheiten veranlaßt. Zu dem Ende mußvor dem Eintauchen jedesmal die Blume von der Küpe entfernt und der Stoffjederzeit naß eingebracht werden; Letzteres um deswillen, weil trockene Stoffe Lust ’
zwischen den Fasern enthalten und so mit in die Küpenflüsstgkeit bringen, die dann *
das Jndigweiß schon in Jndigblau verwandelt, ehe sich- jenes auf der Faser best- j-
stigt hat. - Nach dem Farben reinigt man die Stoffe durch Waschen und )
Walken, um die nicht gehörig beftstigten Theile, die sich mit dem Blau nieder-schlugen, anhängende Theile des Bodensatzes rc., zu entfernen. BaumwolleneWaaren werden in einem Säurebad gereinigt, um den Kalk zu beseitigen, der die (
Farbe leicht matt macht. ,
Wenn auch das Küpenblau, insbesondere der Waidküpe, gegen Lust und W-iß-Licht die ächteste *) Farbe ist, so ist sie dies doch nicht gegen mechanische Abnutzung.
Es scheint nämlich, daß der Farbstoff des Jndigs die Wollenfaser nur oberfläch- )
sich oder bis auf eine geringe Tiefe färbt; so kommt,es denn, daß an Kleidungs- j;
stücken von küpenblauen Tüchern die besonders ausgesetzten Theile leicht weiß wer- i;
den, die Tücher »sich weißtragen--, indem die blaue Rinde von der Faser durch j
die Abnutzung leicht losspringt. Der Fehler ist geringer, wenn die Wolle gut, f
gehörig entfettet, die Küpe recht warm (was jedoch der Lebhaftigkeit der Farbe j ; j
schadet), nicht zu alt war und bei der Appretur sorgfältig verfahren wird. )
Der Werth des Jndigs hat Veranlassung gegeben, auf die Wiedergewinnung s
der beträchtlichen Masse Jndig zu denken, welche mit der abgenutzten indigblauen 3n ‘ ?Wollwaare verloren geht. In alkalischen Laugen, sowie in mäßig verdünnterSchwefelsaure ist die Wolle löslich, das Jndigblau nicht. Aus alkalischen Lösun-gen ist aber der Indiz ungemein schwer mechanisch zu trennen; deshalb verdient j
der andere Weg den Vorzug. In mit gleichen Theilen Wasser verdünnte kochendeSchwefelsäure trägt man nach und nach ein der Schwefelsäure gleiches Gewicht j
blaue Wolllumpen ein; die Wolle löst sich sofort, während der Jndig suspen-dirt bleibt, den man dann durch Verdünnen, Absitzenlaffen und Trocknen gewinnt.
Er ist mit einer braunen Substanz etwas verunreinigt. Dunkelblaues Militar-tuch soll 3—5 Proc. Jndig dieser Art geben.
*) Nach Chevreul wird die Aechtheit des Küpenblaues bedeutend vermehrt, wennman die Tücher nachher dämpft, oder in einem Bad von Alaun und Weinstein,oder von Scharlachcomposition mit Weinstein, ferner wenn man Wolleumousselindurch Kleie-, Soda- oder Kalkbäder passirt. Der Einfluß dieser Mittel auf Baum-wolle ist weit schwächer.