Acetosalicyl.
599
Krystallisirt gut.
Zerfällt beim Erhitzen mit Säuren in Leimsiifs und Anissäure.Bildet krystallisirbare Salze.
Anisosalicyl.
C 30 H 12 O 8 = C 14 H 5 0 3 ,C 16 H 7 0 5 .
Cahours. Campt, rend. 44, 1254; Pharm. Centralbl. 57, 585.
Entsteht durch Einwirkung von Chloranisyl auf salicylige Säurem der Wärme, unter Entwicklung von Salzsäuregas.
Neutral. Gleicht vollständig dem Acetosalicyl.
Nachtrag zu Bd. VI, 191.
Acetosalicyl.
C 18 H 8 0 6 = C 4 H 3 0 3 ,C u H ä 0 3 .
Cahours. Campt, rend. 44, 1253; Pharm. Centralbl. 57, 585.
Bildung und Darstellung. Salicylige Säure wird vom Chloracetylbeim Erwärmen lebhaft unter Entwicklung von Salzsäure angegriffen,eine sehr schön krystallisirende Substanz bildend.
Eigenschaften. Vollkommen neutrale Nadeln. Destillirbar.
Cahours.
18 C
108
65,85
a.
65,82
b.
66,05
8H
8
4,78
4,85
4,82
60
48
29,37
29,33
29,13
C1SH8Q6
164
100,00
100,00
100,00
b war vorher bei Rotligluth über wasserfreiem Baryt destiliirl.
Isomer mit Couinarsäure und Benzoe-Essigsäureanhydrid.
Zersetzungen. 1. Wird durch wässriges Ammoniak, durch wäss-riges, tveiiigeistiges und festes Kalihydrat, auch durch wasserfreienBaryt bei dunkler Rotligluth nicht verändert. 2. Wird durch Brom,Chlor oder rauchende Salpetersäure heftig angegriffen, gut krystalli-sirende Substitutionsproducte bildend.
Verbindungen. Das Acetosalicyl löst sich nicht in Wasser. Eslöst sich kaum in kaltem, mehr in kochendem Weingeist, beim Er-kälten in schönen Nadeln krystallisirend.
Nach Schüler fJ. pr. Chem. 72, 258) wirkt reines Chloracetyl in derKälte nicht auf salicylige Säure und bildet in der Wärme eine braune schmie-rige Masse, die kein Acetosalicyl liefert. Dagegen erwärmt sich Chloracetyl,Welches Dreifachchlorphosphor hält, mit salicyliger Saure, Salzsäure undbeim Erkalten krystallisirendes Product von den Eigenschaften des Aceto-salicyis Cahours’ bildend, welches jedoch im Mittel 73,33 Proc. C u. 4,67H hielt,wesshalb Schüler ihm die Formel C3 6 H»08 beilegt (Rechn. 73,47 Proc. C u.V6 H). Derselbe Körper entsteht langsamer durch Zusatz phosphorigerSäure zu mit Chloracetyl gemengter salicyliger Säure, beim Verdunsten der•Mischung sich in bald krystallisch erstarrenden Oeltropfen ausscheidend, undwird durch Waschen mit Wasser und wiederholtes Krystallisiren aus Weingeistfein erhalten.