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Stammkern C 18 H 6 ; StickstolTkern C 18 NH 5 .
Blendend weifse, oft zolllange Säulen, die bei 130° schmelzen, beim Er-kalten krystallisch erstarren. Verlieren bei 110° kaum an Gewicht.
Scheint bei stärkerem Erhitzen nicht zersetzt zu werden. Wird durchKali, Natron und Ammoniak, durch verdünnte Säuren, durch Bleisuperoxydund durch Dreif'achchlorphosphor nicht verändert. Vilrio/öl löst die Krystalie,den Geruch nach salicyliger Säure entwickelnd, die nach dem Sättigen mitKreide oder kohlensaurem Baryt filtrirte Lösung färbt Auderthalb-Chloreisenviolett. Chlorzink wirkt beim Kochen wie Vitriolöl. Concenlrirle Salpeter-säure bildet Pikrinsäure, Chromsäure bildet salicylige Säure. Beim Kochenmit verdünnter Salzsäure und chlorsaurein Kali wird alimählig gelbes, nachChlorchiuon riechendes Harz gebildet, das sich aus der Lösung in kochendemWeingeist in blassgelben Warzen absetzt. Diese sind nicht Chloranil, sie wer-den durch schweflige Säure, Ammoniak und Kali nicht verändert und schmel-zen beim Erhitzen zu Oeltropfen.
Löst sich nicht in Wasser, wenig in kaltem, reichlich in siedendem Wein-geist, Löst sich in weingeistigem Kali, durch Wasser fällbar. Löst sich reich-lich in Aether. Schüler.
Verbindungen, 18 At. Kohlenstoff haltend.
Stammkern C 18 H 6 .
Stickstoffkern C 18 NH 5 .
Chinolin.
C 18 NH 7 = C 18 NH 3 ,H 2 .
Runge (1834). Pogg. 31, 6S.
Gerhardt. Ann. Pharm. 42, 310. — 44, 279; J. pr. Chem. 28, 76; N. Ann..
Chim. Phys. 7, 252. — Rev. scient. 10, 186; Compt. chim. 1845, 30.
A. W. Hofmann. Ann. Pharm. 47, 31; N. Ann. Chim. Phys. 9, 129; — Ann.
Pharm. 53, 427; — 74, 15.
Bromeis. Ann. Pharm. 52, 130.
Laurent. N. Ann Chim. Phys. 19, 367.
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Chim. Phys. 45, 488. — Chem. Gaz. 1856, 261 u. 281; J. pr. Chem. 69, 355.v. Babo. J. pr. Chem. 72 , 73.
Leucol, Runge. Quinoteine, Gerhardt.
Von Runge 1834 im Stelnkolilentheer entdeckt, von Gerhardt (1842)durch Destillation von Chinin oder Cinchonin mit Kalihydrat erhalten. DasLeucol Runge’s wurde bei ausführlicher Untersuchung von Hofmann alsidentisch mit Gerhardt’s Chiuolin erkannt. Die zuerst von Laurent be-merkte Gemengthelt des aus Cinchonin'erhaltenen Chinolins wurde von Gr. Wil-liams ftir dieses und das aus Steinkohlentheeröl dargestellte bewiesen, daherwohl alle Angaben, mit Ausnahme der von Gr. Williams, für unreines Chi-nolin gelten.
Bildung. 1. Bei der trocknen Destillation der Steinkohlen sichdem Steinkohlentheer beimischend. Runge. 2. Beim Destilliren desChinins, Cinchonins und Strychnins mit Kalihydrat. Gekhakdt. 3. Beider Elektrolyse des Salpetersäuren Cinchonins. v. Babo. Die dem