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Organische Verbindungen mit 4, 6, 8, 10 und 12 Atomen Kohlenstoff / Leopold Gmelin
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Mellithsäure.

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Verbindungen, 8 At. Kohlenstoff haltend.

I. Milte - Reihe.

A. Unbekannter Stammkern. Milte. C 8 IH.B. Nebenkerne.

a. Unbekannter Sauerstoffkern. C 8 II 2 0 2 .

Mellithsäure.C s II 2 0 8 a= C 8 H 2 0 2 ,0 6 .

Klaproth. Scher. J. 3, 401. Beiträge 3, 114.

Vauquelin. Arm. Chim. 36, 203 ; auch Scher. J. 5, 566; auch Cretl Ann,1801, 1, 405.

Wöhi.er. Pogg. 7, 325. Pogg. 52, 600; auch Ann. Pharm. 37, 263.Likbig u. Wöhi.er. Pogg. 18, 161.

Likbig u. Pklouzk. Ann. Pharm. 19, 252.

Erdmann u. Marchand. J. pr. Chem. 43, 129.

II. Schwarz. Ann. Pharm. 66, 40.

Honigsleinsäure, Acide mellitique. Von Kraproth 1799 Im Honig-stein entdeckt.

Vorkommen. Blofs in der honigsteinsauren Alaunerde (dein Honigstein),die sich in Braunkohlenlagern findet. Dass durch heifses Behandeln desBernsteins mit Salzsäure Honigsteinsäure ausgezogen werde, wie Hünefeld(Sc/itc. 49, 215) angibt, bedarf noch eines vollständigeren Beweises.

Darstellung. 1. Man übergiefst das feine Pulver des Honigsteinsmit kohlensaurem Ammoniak, wobei Aufbrausen eintritt, kocht bis7.ur Verjagung des überschüssigen kohlensauren Ammoniaks, fällt,da das saure Ammoniaksalz, welches sich beim Kochen bildet,Alaunerde lösen kann, diese durch Aetzammoniak, filtrirt, und dampftzum Krystallisircn des neutralen mellithsauren Ammoniaks ab, welchesman durch Umkrystallisiren aus Wasser reinigt, jedesmal unter Zusatzvon etwas Ammoniak, um das durch Verflüchtigung von Ammoniakentstandene saure Salz wieder in das krystallisirbare neutrale zurück-zuführen. Endlich löst man das gereinigte Ammoniaksalz in Wasser,fällt es durch Bleizucker oder salpetersaures Silberoxyd, zersetztden gewaschenen Niederschlag, wenn er Blei hält, durch wässrigesIlydrothion, wenn er Silber hält, durch wässrige Salzsäure, filtrirtund dampft ab, wobei die überschüssige Salzsäure entweicht. Wühler.

Der Bleiniederschlag hält Ammoniak, welches in die abgeschiedene Säureübergeht; man muss diese daher wieder mit Bleizucker fällen, den noch etwasAmmoniak haltenden Niederschlag nach dem Waschen wieder durch Hydrothionzersetzen, und die so erhaltene Säure zum dritten Mai mit Bleizucker fällen,um einen Ammoniak-freien Niederschlag zu erhalten , aus dem durch Ilydro-thion die reine Säure zu scheiden ist. Oder man kocht das Ammoniaksalzmit überschüssigem Barytwasser, zersetzt das entstandene Barytsalz durchDigestion mit etwas überschüssiger Schwefelsäure, filtrirt, dampft zum Kry-