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Abhandlung von der theoretischen und practischen Geometrie zum Gebrauche der Künstler / aus dem Franz. des Herrn Sebastian Le Clercs übersetzt
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IV
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1 Auszug aus dem Leben

Goldſchmiede in Metz gethan, welcher nachgehends un-

gefaͤhr ums Jahr 1610. nach Paris kam. Er arbeitetezu Lion waͤhrend der bekannten Peſt, welche 1635. indieſer Stadt wuͤtete. Er kam hierauf wieder nach Metzzuruͤcke, allwo er ſich ſetzte, und 1695. in einem Altervon hundert und fuͤnf Jahren daſelbſt ſtarb. Er hinter-ließ eine Tochter, und einen Sohn, mit Namen Seba-ſtian le Clerc, eben denjenigen, von dem wir redenwollen.

Sein Vater, ein ſehr kuͤnſtlicher Goldſchmied, lehrteihn bey guter Zeit zeichnen, und ſein Sohn hatte eineſolche Faͤhigkeit dazu, daß er fuͤr ſich ſchon in dem zehen-den oder zwoͤlften Jahre ſeines Alters andern wiederumStunden darinnen gab. Man hat unter andern nocheine kleine Zeichnung von ihm, die ein auf dem Ruͤckenliegendes Kind vorſtellet, uͤber welches ſein Vater geſchrieben hatte, daß er nicht aͤlter als acht Jahre geweſenſey, als ers verfertiget haͤtte. Herr Le Clerc ſchickteſich ſo fruͤh zum Kupferſtechen an, daß er ſich ſelbſtnicht mehr erinnern konnte, in welchem Jahre ers angefangen haͤtte. Das erſte Stuck, das er machte, undwovon man die Zeit gewiß weiß, iſt ein Rock unſersHErrn, den er im 18. Jahre ſeines Alters ſtach.

Da er ungemein weit ausſehende Faͤhigkeiten hatte,und auſſerordentlich begierig war, ſich neue Kaͤnntniß zuerwerben; ſo begnuͤgte er ſich nicht mit der bloſſen Erlernung der Zeichnung und Kupferſtecherkunſt; ſonderner fieng auch an, Buͤcher, die von der Naturwiſſenſchafft und der Geometrie handelten, zu leſen, weil er5 war, daß es faſt nicht moͤglich ſey, ohneGeome-