Herrn Sebaſtian le Clercs. 1
Geometrie ein guter Naturkundiger zu ſeyn. Er nahmungemein darinnen zu, ohne einen Lehrmeiſter zu haben.Einige Zeit darauf lehrete ihn ein Domherr zu Metz, denſeine Liebe zum Studieren geruͤhret hatte, die Sehekunſt,(Perſpectiv) aber der Schuͤler wuchs in dieſer, Zeichnernſo noͤthigen Wiſſenſchafft gar bald uͤber ſeinen Lehrmeiſterhinaus.
Ein ſo gluͤcklicher Anfang munterte den Herrn LeClerc auf, und er faßte den Entſchluß, ſich ernſtlich aufdie Mathematie zu legen. Er ſtudierte deswegen in demVorſatze, ſich durch die Ingenieurkunſt aufzuſchwingen,die Befeſtigungskunſt, und andere einen guten Kriegsbaumeiſter zu bilden, noͤthige Wiſſenſchafften, aus demGrunde. Es gluͤckte ihm darinnen vollkommen; und erwurde zum Ingenieurgeographus von dem Marſchall dela Ferté erwaͤhlet, auf deſſen Befehl er den Grund derhauptſaͤchlichſten Plaͤtze in den Biſtuͤmern Metz undVerdun aufnahm. Beſonders war er mit dem Grund—riſſe von Marſal, deſſen Befeſtigungswerke man ſchleifenwollte, gluͤcklich. Als er aber hoͤrte, daß man dieſenRiß unter dem Namen eines andern Ingenieurs nachHofe geſchickt hatte, und er kein Recht wegen dieſer Un-billigkeit erhalten konnte; ſo verdroß es ihn ſo ſehr, daßer dieſe ſeine Bedieuung aufgab. Er kam daher 1668.nach Paris, in Hoffnung, unter den Ingenieuren fernereBefoͤrderung zu erlangen: aber Herr Le Brun, welcherganz auſſerordentliche Gaben zum Zeichnen und Kupfer—ſtechen an ihm entdecket hatte, brachte ihn von dieſenGedanken ab, und gab ihm den Rath, ſich dieſer ſchoͤnenKunſt gaͤnzlich zu wiedmen. Und Herr Le Clerc folgte
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