* Auszug aus dem Leben
geſtaͤrket hatte; ſo nahm er ſeine gewoͤhnlichen Arbeitenwieder zur Hand. 1712. druckte man ſein Syſtem vomSehen, welches eigentlich nichts anders iſt, als das,was er in ſeiner Abhandlung vom Geſichtspunkte ſchonauseinander geſetzet hatte. Allein, er gehet hier nochweiter, und baut ſein Lehrgebaͤude auf neue Beweiſe, undbeantwortet alle Schwierigkeiten, die man ſeiner Mei-nung entgegen ſetzen konnte.
Im ſiebzehn hundert und vierzehnden Jahre, ſechsMonate, ehe er ſtarb, gab er, was das Zeichnen undKupferſtechen angieng, alles voͤllig auf, ohne jedochgar alle Arbeit wegzulegen: denn er ließ damals ſeinenCTractat von der Baukunſt drucken/ und beſorgte dieCorrectur deſſelben. Das Buch beſteht aus zweenQuartbaͤnden, wovon der zweyte Band, der aus lauterKupfern beſteht, zweyhundert Kupfertafeln enthaͤlt, dieer alle mit eigner Hand geſtochen hatte. Er ſtarb 1714.den 25. des Weinmonats, im ſieben und ſiebzigſten Jah-re ſeines Alters.
Man will hier von den andern Kupferſtichen, die ergemacht hat, nicht reden. Es ſind ihrer mehr als viertauſend, ohne ſeine Zeichnungen, deren er eben eine ſogroſſe Anzahl verfertiget hat, mitzurechnen. Man muͤſteein ganzes Vuch ſchreiben, um die Sache einigermaſſenaus fuͤhrlich zu erzählen. Dieſes blos iſt zu merken, daßdieſe groſſe Menge Kupferſtiche fast gaͤnzlich von ſeinerErfindung ſind, und daß er, auſſer nach ſeinen Zeichnun—gen, uͤberaus wenig nach fremden geſtochen habe, esmuͤſten dann einige Zeichnungen von Herrn Le BruͤnsErfindung geweſen ſeyn. Wenn man hiebey bedenkt,daß