Vorrede.
XI
speciellen Geschichte berichtet werden muß; die Berichterstattung istindeß doch verschieden, sofern in der erstem die Gegenstände inBeziehung auf die Richtung, in welcher sie bearbeitet wurden, inder letztem in Beziehung auf die Resultate, welche für die spe-cielle Erkenntniß daraus hervorgingen, betrachtet werden.
Was^ die Vollständigkeit des Inhalts angeht, so strebte ichemeswegs darnach, daß alle meines Wissens je angestellten Arbeitenhier Erwähnung finden, wohl aber, daß keine wichtige unberück-sichtigt bleibe. Es laßt sich in dieser Beziehung erst nach Beendi-gung des ganzen Werkes urtheilen, denn ich mußte mich in demersten Theile nothwendig oft sehr kurz fassen, und bei der Angabevon Einzelnem Vieles übergehen, was mir weniger Werth für dieallgemeine Geschichte zu haben schien. Die dem letzten Theile bei-zugebenden Register werden den Inhalt des Buches besser zu nü-tzen gestatten, und mit ihrer Hülfe sich die Vollständigkeit besserermessen lassen; die Anwendung dieses Hülfsmittels habe ich beider Ausarbeitung vielfach voraussetzen müssen.
Ich will in dieser Geschichte der Chemie über den ganzen Zeit-raum berichten, für welchen überhaupt historische Nachrichten vor-liegen. Daß ich für die Gegenwart indeß viel weniger nach Voll-ständigkeit gestrebt habe, als für die Vergangenheit, bedarf wohlkeiner Rechtfertigung, da diese Geschichte nicht zugleich ein Lehr-buch der Chemie sein soll; dem letztem aber kommt es zu, überden Zustand unserer gegenwärtigen Kenntnisse Auskunft zu geben,der Geschichte nur, dem Lehrbuche zur Ergänzung zu dienen.
Auch hinsichtlich der Literatur ist äußerste Vollständigkeit nichtmein Bestreben gewesen; ich habe angeführt, was zur Charakteri-stik dienlich ist, und was Hauptquellen betrifft, und gab mir Mühe,hier nichts Wichtiges zu übergehen. Keineswegs aber wollte ich"r ^schichte zugleich ein Literaturcompendium geben, ob-s "ch sich dies mit verhältnißmäßig weniger Mühe hätte erreichens e ^ wollte es nicht, weil nach dem Zustand unserer Wis-
m dieser Anführung aller Schriften kein Nutzen liegt, weildes Werkes zu sehr erweitert worden wäre, und weilen sich der Chemiker das, was er von Literatur für seine Arbeitenberücksichtigt, in anderen Schriften (L. Gmelin's vortrefflichem