III.) Zeitalter der inedlcinischc» Chemie. 143
gelegt wäre; mit seinen Annahmen über Gahrung, die, nach der Willkür D,-fa-des Jatrochemikers, bald hier bald dort stattfinden und die entgegengesetz-testen Erfolge hervorbringen kann. Bisher war die Chemie immer nur einWerkzeug gewesen, welches die Vertheidiger des iatrochemischen Systemszu handhaben verstanden; aber sowie Männer auftraten, welche sich davonlossagten, die Chemie allein aus dem medicinischen Gesichtspunkte anzusehen,
— welche die Chemie als selbststandige Wissenschaft zu behandeln, und sich ihrerselbst als eines unparteiischen Prüfungsmittels für die Richtigkeit hinsichtlichder Anwendung chemischer Ausdrücke in anderen Wissenschaften zu bedienenwußten: so mußte sogleich das iatrochemische System-fallen, dieses System,welches im Allgemeinen nur supponicte Stosse agiren ließ, für die es ausder Chemie die Beilegung der Namen und einiger allgemeinen Eigenschaftenentlehnt hatte. — Mit dem Sturz des iatrochemischen Systems aber mußteauch die ganze Chemie eine andere Gestalt gewinnen; an die Stelle der me-dicinisch - chemischen Tendenz, welche das eben noch in Rede stehende Zeit-alter beherrscht hat, tritt diejenige Richtung, welche die Unzulassigkeit dieserbisherigen Tendenz darlegen kann. Die Chemie hört auf, nur in Bezug aufMedicin Bedeutung zuhaben; sie war in diesem Zeitalter nur ein Theil derMedicin, und zwar der, von welchem man die unmittelbarste Lösung derAufgabe der Medicin, Heilung der Krankheiten, erwartete; — die Chemietrennt sich jetzt von der Medicin, und erhebt sich zu dem Range einer selbst-standigen Wissenschaft.
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Systems.
Diese Aenderung in der Gesammtrichtung der Chemie war mit hervor- ^
gerufen durch den Geist, welcher in dem Anfange des 17. Jahrhunderts s-i'»""-alle Naturwissenschaften zu durchdringen beginnt. Auffindung der Wahrheit,aus reinem Interesse an derselben, ist das Ziel, welches wir in dieser Zeit""hc in's Auge gefaßt sehen als je früher, wo naturwissenschaftliche Arbei-tn stets, wenn auch indirect, die Förderung materiellerer Bedürfnisse be-zweckten. Der Zeitgeist, welcher sich für die Astronomie und die Physik inKeppler (geb. 1571, gest. 1630), in Galilei (geb. 1564, gest. 1642),w Toricelli (gest. 1647), und vielen Anderen kund thut, dringt auch inbie Chemie ein. Wie das Bedürfniß der Zeitbestimmung der Astronomievorgearbeitet und Beobachtungen veranlaßt hat, an welchen sich dann dereigentlich wissenschaftliche Sinn, das Streben die Wahrheit zu erkennen,üben konnte; wie das Bedürfniß mannigfacher mechanischer Einrichtungen