149
IV.) Zeitalter der phlogistischen Theorie.
in dem darauf zunächst folgenden Zeitalter nicht mehr allgemein beibehalten wird, B°re,»am^<rso blickt doch durch die Aeußerungen der meisten Chemiker desselben die Meinung ri>,°-i>.durch, daß die verbrennlichen Körper ein verbrennliches Princip enthalten.
Ebenso unbestritten ist immer die uralte Ansicht, daß Verbrennung eine Zer-störung, also eine Zerlegung sei, daß beider Verbrennung aus dem vec-brennlichen Körper sich etwas ausscheidet, was uns als Flamme erscheint. Sonachlag es nahe, den Rückstand von der Verbrennung als den andern Bestandtheildes verbrennlichen Körpers zu betrachten; in der That sahen wir bereits vonSylvius die Schwefelsaure, das Erzeugniß der Verbrennung des Schwefels,als schon in diesem Körper befindlich angenommen, als ein Ednct betrachtet.
Aber in diesen einzelnen Aeußerungen können wir noch keineswegsdie Aufstellung einer umfassenderen Theorie des Verbrennungsprocesses er-blicken, und selbst in der ersten Zeit des Zeitalters, welchem diese Theorieden Namen giebt, ist sie keineswegs vollständig ausgesprochen. Es thutdieser Umstand der Begründung und Desinirung dieses neuen Zeitalterskeinen Eintrag, denn nicht in ihm ist der Unterschied gegen das vorher-gehende begründet; den Beginn eines Zeitalters trennt fast stets ein anderesArgument von dem vorhergehenden, als durch welches das Ende desselbenvon dem folgenden getrennt wird. So auch liegt der Gegensatz des Zeit-alters der phlogistischen Theorie zu dem der medicinischen Theorie nicht ineiner Verschiedenheit der Ansicht über den Verbrennungsproceß, sondern inder Verschiedenheit der Gesammtrichtung der Chemiker. Nicht also darfman gleich im Anfang des Zeitalters der phlogistischen Theorie als Beweisdes Eingetretenseins desselben eine deutlich ausgesprochene Ansicht über dieVerbrennung voraussetzen und verlangen; es wird diese erst spater zu demMittelpunkt der Ansichten der das Zeitalter reprasentirenden Chemiker.
Bei mehreren Chemikern aus dem Anfange des neuen Zeitalters findenwir die Ansicht über das Wesen der Verbrennung nur wenig über die ausder vorigen Periode überkommenen Aeußerungen erweitert; doch stnmwen alle darin überein, den Rückstand einer Verbrennung als einenBestandtheil des verbrannten Körpers anzusehen, und namentlich hält manallgemein die durch Verbrennung des Schwefels entstehende Saure füreinen Bestandtheil dieser Substanz, wie Bv,h.l,e,, der,erste^Che.niift.r diesesZeitalters, berichtet, welcher diese Meinung ebenfalls für wahrscheinlich, wennauch nicht für erwiesen, ansieht. Gleichzeitig wird von Kunkel, einemandern der berühmtesten Chemiker der damaligen Zeit, diese Erklärung als eine