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IV.) Zeitalter der phlogistischen Theorie.
Chemiker mehr und mehr zu erkennen. In den vorhergehenden Zeital-tern, wo die Chemie ausschließlich nur chimärischen oder untergeordnetenZwecken dienen sollte, war stets die Classe von Gelehrten, welche sichmit Chemie beschäftigte, eine ganz bestimmte und scharf abgeschlossene.So sehen wir in der Zeit, wo die Chemie ausschließlich auf Goldma-cherkunft abzweckte, als Alchemisten bei den Arabern nur Aerzte, bei denAbendländern fast nur Geistliche; wahrend des Zeitalters der medicinischeneinie sind es die Aerzte, welche ausschließlich sich mit der Pflege derHenne befassen. In diesem neuen Zeitalter, wo die Chemie ihre selbststan-dige Stelle unter den Naturwissenschaften einnimmt, wird ihr Studium einum so vielfacher betriebenes, von je allgemeinerem Interesse ihr Zweck, Auf-ung von Natucwahcheiten, ist. Indem sie einzelne Anwendungen ihreresultate nicht mehr zum hauptsächlichsten und ausschließlichen Gegenständeihrer Forschungen macht, sondern Naturforschung im Allgemeinen, vergro-ßrrt sich rasch die Zahl der ihr zugewandten Kräfte, werden die Fächer zahl-reicher, deren Beflissene auch dem Studium der Chemie ihre Aufmerksam-st schenken. Erst zu Ende dieses Zeitalters widmen einzelne Männer ihreKräfte ungetheilt der wissenschaftlichen Chemie; im Allgemeinen haben wirbald als die Repräsentanten der Chemie Männer zu nennen, die ihr Lebenbec Nakurforschung überhaupt widmend, auch die Chemie mit hinzuziehen,bald Aerzte, die indeß nun wohl die Chemie als eigene Wissenschaft zu schätzenrissen, ohne eine gewagte Bereinigung der dahin gehörigen Lehren mit denwedicinischm Ansichten zu versuchen ; und diese Theilnahme, welche die Aerzte"och in diesem Zeitalter der Chemie schenken, ist das schönste Vermächtniswelches die vorhergehende Periode bei ihrem Untergang an unsere Wissen-schaft hinterlassen hat; die Zahl der Mediciner, für welche nun immer nochdie Chemie ein hauptsächlicher Gegenstand des Forschens ist, die Bedeutsam-ft>t der Entdeckungen, welche unserer Wissenschaft von Angehörigen des me-b"inischen Faches zu Theil geworden sind, bezeugt die fortwährende enge Ver-bindung, in welcher Medicin und Chemie auch jetzt noch immer bleiben,wenn sie gleich unnatürlichen Verschmelzung des vorigen Zeitalters
Mrennk sind. Der Chemie kommen jetzt auch schon einige Erweiterungen zu"on Gelehrten, welche eigentlich die Förderung der Gewerbe nach wiffenschaftli-Principien sich zur Aufgabe gemacht haben, aber besonders reichen Zu-wachs erhalten die chemischen Kenntnisse durch den Aufschwung der Phar-Wacie; die Beschäftigung mit diesem Fach leitet zu tieferem Eindringen in