Band 
Erster Theil.
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Allgemeine Geschichte der Chemie.

sultat erzielt worden wäre. Er verließ seine Stellung in Lauenburg, um ingleichen Verhältnissen in den Dienst des Kurfürsten Johann Georg H. vonSachsen überzutreten; sein Aufenthalt in Dresden wurde ihm indeß, namentlichdurch die Anfeindungen und Verleumdungen mißgünstiger Gehülfen, so ver-leidet, daß er aus dem sächsischen Dienste austrak und nach Wittenbergübersiedelte, wo er, jedoch nur kurze Zeit, an der Universität Vorlesungenüber Erperimentalchemie hielt. Von Wittenberg wurde er 1679 durch denKurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg nach Berlin berufen,wieder als geheimer Kammerdiener und Director des (alchemistischen) Labo-ratoriums. Nach dem Tode dieses Fürsten schien er überflüssig zu werden,sein Laboratorium wurde ihm durch Brandstiftung zerstört, und auch inBerlin fühlte er sich nun nicht länger zufrieden. Er kaufte sich ein Landgutin der Mark, um da ungestört seinen chemischen Arbeiten nachgehen zukönnen, blieb indeß auch hier nicht lange, sondern folgte nun einem Rufnach Stockholm, wo ihn Karl XI. zum Bergrath ernannte, ihn auch spä-ter, mit dem Beinamen von Löwenstern, in den Adelstand erhob. Kun-kel starb zu Stockholm 1702.

Mg,m,in,r Lho- Kunkel's unvollkommene Erziehung ließ ihn noch vielen Vorurthei-len huldigen, und namentlich die Möglichkeit der Metallvcrwandlung unddie Aufsuchung der Mittel, sie zu bewerkstelligen, beschäftigte ihn mehr, alssonst in der Richtung der aufgeklärteren Chemiker seiner Zeit lag. Er glaubtefest an die Existenz eines Steins der Weisen, und daß derselbe schon dar-gestellt worden sei; seine Ueberzeugung, daß sich Gold künstlich hervorbrin-gen und vernichten lasse, beruhte auf mißverstandenen Versuchen, deren ichbesser in der speciellen Geschichte der Alchemie erwähne. Die Verleumdun-gen seiner Gehülfen, daß Kunkel das Geheimniß der Goldmacheckunst be-sitze, aber es für sich behalten wolle, zogen ihm, namentlich in Dresden,Unannehmlichkeiten zu; sie hingegen verschafften ihm auch den Ruf nachBerlin. Kunkel selbst jedoch gab in keiner Weise zu einem solchen Glau-ben Anlaß; er wollte nicht für einen Besitzer des Steins der Weisen gel-ten, und täuschte keinen seiner Gönner, deren Ungeduld im Gegentheil durchseine Aufrichtigkeit nicht befriedigt wurde. Mit Redlichkeit handelte er stets,wenn auch mit Vorurthcilen; er machte sich stets nur anheischig, zu suchen,nicht aber zu finden. Wahrheitsliebend zeigte er sich in allen seinen Schrif-ten; er verhehlt nicht das Unfruchtbare seiner eigenen Bemühungen, und