Band 
Erster Theil.
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Chkmischt An-

Allgemelue Geschichte der Chemie.

wo er die Bergwerke und die Art ihres Betriebs studirte und zu verbessernsuchte; und mitten in diesen Beschäftigungen endete er 1682 sein ruhelosesund thätiges Leben.

Becher's Wichtigkeit für die Geschichte der Chemie besteht wenigerin der Entdeckung neuer Thatsachen, als vielmehr in der Erklärung undZusammenfassung schon früher bekannter. An Kunkel schließt er sich an,was den Glauben an Metallverwandlung betrifft, aber von der bescheidenenAusdrucksweise dieses Chemikers sticht Becher's oft lächerlich eitle Sprachegewaltig ab. An Glauber, aber ihn weit übertreffend, erinnert manch-mal Becher in seinem Hange zur Pcojektmacherei, die er indeß auchthätig zu realisiern suchte. So machte er schon 1673 den Generalstaatenvon Holland den Antrag, ihnen durch Zugutemachung des Meersandes, nachAbzug aller darauf zu verwendenden Unkosten, eine jährliche Einnahme voneiner Million Thaler zu verschaffen. Sand nämlich, mit gewissen Zuthatengeschmolzen, sollte an eine Mark Silber, die man beisetze, immer 1 Aß Goldmittheilen, und stelle man den Proceß täglich mit 1,000,000 Mark Silberan, so würde der jährliche Gewinn die angegebene Summe betragen. DieStaaten von Holland fanden den Vorschlag nicht übel, und sicherten 1678dem Erfinder eine Prämie und eine Dividende an dem zu hoffenden Ge-winn zu; 1670 wurde eine Probe veranstaltet, und durch Zusah von 1 MarkSilber zu Meersand 6 Aß Gold ausgebracht. Dieses glücklichen Anfangsungeachtet wurde der Versuch nicht weiter fortgesetzt, und nach Becher'sAbreise von Holland wurde das Projekt ganz aufgegeben. Solcher Vor-schläge, welche für Becher's Speculationsgeist charakteristisch sind, machteer mehrere; die Möglichkeit der Metallerzeugung bewies er durch Versuche,indem er Lehm mit Oel tränkte und glühte, und das so erzeugte Eisendann mit dem Magnet auszog. — Uebrigens waren Becher's alchemi-stische Bemühungen nie durch Habsucht geleitet, er überläßt es dem Pseu-dochemiker, die Darstellung von Gold als einzigen Zweck seiner Arbeit imAuge zu haben, er aber suche, versicherte er, nach der Wissenschaft, die ihmlieber sei, als alles Gold.

Die theoretischen Ansichten, durch welche Becher großen Einfluß aufdie Chemie ausgeübt hat, gehen hauptsächlich auf die Zusammensetzung derKörper. Die wesentlichsten seiner Behauptungen sind folgende: Alle un-