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Allgemeine Geschichte der Chemie.
H-md.-g. der katholischen Religion über und lebte zu Paris bis 1688, wo er wiedernach Rom ging. Wahrend eines mehrjährigen Aufenthalts in dieser Stadterwarb er sich einen bedeutenden Ruf als Arzt, und als er 1691 nach Pa-ris zurückkehrte, wurde er zum Mitglied der Akademie erwählt. Seine per-sönlichen Verhältnisse wurden noch mehr gesichert, da ihn 1704 der Herzogvon Lrleans zu seinem Leibarzt ernannte, welche Stellung er bis zu seinemTode, 1715, bekleidete.
Th,«,lisch. An- Homberg hat viele für die Chemie wichtige Entdeckungen gemacht,
aber sie stehen zu vereinzelt da, als daß ich hier einen zusammenhängendenUeberblick über alle geben könnte. Theoretische Ansichten finden sich wenigerbei ihm in der Art erörtert, daß dieWissenschaft Vortheil davon gezogen hätte;als Urbestandtheil der Körper nimmtssr noch ganz, wie die Alchemisten, Schwe-fel, Salz und Quecksilber an; hinsichtlich desjenigen Schwefels, den er alsElement betrachtet, nähert sich indeß sein Begriff dem, was Becher unterseiner brennbaren Erde verstand. Homberg hielt allen vcrbrennlichen An-theil jedes Stoffs für Schwefel, und behauptete, er sei gleich in den Pflan-zen und in den vcrbrennlichen Mineralien. Den gemeinen Schwefel hielter für eine Zusammensetzung von Erde, Saure und verbrennlichem Stoff.Die Annahme dieser letztem beiden Bestandtheile charakterisirt wieder denAnhänger der leitenden Theorie dieses Zeitalters. Uebrigens war auch Hom-berg noch von der Möglichkeit der Metallvecwandlung fest überzeugt; seineVersuche hierüber, und worauf sein Irrthum beruhte, werde ich in der spe-ciellen Geschichte der Alchemie angeben.
Chmusch, Srfah. Die Auszahlung einiger praktischen Arbeiten H o m b e r g' s zeigt uns, daßer gut zu beobachten, weniger gut aber seine Beobachtungen zu interpretirenverstand. Er entdeckte die Bereitung des Pyrophors durch Calcinirung ver-brennlicher Substanzen mit Alaun; er beobachtete die Phosphorescenz des ge-schmolzenen salzsauren Kalks; ihm gelang es zuerst, die Boraxsaure aus demBorax durch Vitriolöl abzuscheiden, ohne daß er indeß ihre Natur und ihrVerhältniß zum Borax erkannt hätte, da er sie für ein vitriolisches (schwe-felsaurehaltiges) Salz hielt. Er stellte viele Beobachtungen an über die Ent-zündung der Oele durch Mischung mit Schwefel - und Salpetersäure, überdie leichte Schmelzbarkett einer Legirung von Zinn, Blei und Wismuts»,über die Wirkungen, welche (mittelst eines großen Brennglases hervorge-brachte) sehr verstärkte Hitze auf die Metalle und Mineralien ausübt, und