Band 
Erster Theil.
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183
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Ehoinfchr Ersah

IV.) Zeitalter der phlogistischen Theorie. 183

ähnliche Gegenstände. — Den Gehalt an eigentlicher Saure in einer gege-benen Quantität einer Verdünnung derselben lehrte er genauer bestim-men durch Concentriren au einer bestimmten Menge Alkali, und suchte sozugleich auszumitteln, mit wieviel Säure sich eine bestimmte Menge Alkalizu Salz verbindet (auf die Resultate werde ich in der Geschieht der analyti-schen Chemie und der Stöchiometrie zurückkommen). Auch bemühte er sich,sur die Technologie seine Erfahrungen nützlich zu machen; er lehrte die Be-reitung von Tusche und Carminlack, verbesserte die Methode für die Schei-dung der edlen Metalle, gab einen Firniß an, um Eisen vor Rost zuschützen u. a. So stellte er noch viele einzelne Untersuchungen an, welcheindeß in den folgenden Theilen besser Platz finden.

Seine schriftstellerischen Leistungen sind sämmtlich in den Memoiren sch-if»».der Pariser Akademie niedergelegt; die Jahrgange 1692 bis 1714 enthal-tn über dreißig Abhandlungen von ihm.

Homberg's College in der Akademie war Nicolaus Lemery,der sich gleichfalls einen in der Geschichte der Chemie geehrten Namen zu^werben wußte. Dieser war 1645 zu Roucn geboren, und zeigte schonfrühe große Neigung zur Scheidekunst. Er bestimmte sich deßhalb demApv-rhekerstande, und kam zu einem Verwandten seines Hauses, der diese Kunstbetrieb, in die Lehre; aber der Unterricht, den er hier empfing, genügte ihmuicht. Er ging 1666 nach Paris, wo ihm aber auch die geistlosen Be-schäftigungen der damals berühmtesten Chemiker dieser Stadt wenig zusag-en und sein strebender Geist unbefriedigt blieb. Bald verließ er Paris wie-der, und ließ sich zu Montpellier nieder, wo er die Heilkunde ausübte, und^gleich sich mit dem Unterricht junger Leute in der Chemie abgab. Meh-Jahre hindurch lag er diesen Beschäftigungen ob, und sein Ruf alsAchter der Chemie hatte sich bereits ziemlich fest begründet, als er 1672>wch Parjs zurückkehrte. Hier errichtete er nun eine Officin, deren Ertragreichliches Auskommen sicherte, und hielt öffentliche Vorlesungen überChemie, welche stark besucht wurden und den Ruhm seiner Gelehrsamkeit^ E Classen der Gesellschaft und weithin trugen; von dem Auslande herDomren Wißbegierige zu, um seinen Unterricht zu genießen. Aber nur we-Jahre genoß er dieses glücklichen Zustandes. Schon 1681 begannenbw Verfolgungen gegen ihn wegen seiner Religionsmeinungen (er war Pro-