194
Hokkma
Leben.
Th«ork,ifche
sichirn.
Allgemeine Geschichte der Chemie.
nn. bekannt wurde. Sein Aufenthalt in Minden veranlaßte, daß er 1685 da-hin als Garnifons-und Stadtarzt berufen wurde; er vertauschte diese Stel-lung 1688 mit einer gleichen zu Halberstadt. An dem letztem Ort zeich-nete er sich als geschickter und glücklicher Arzt aus, und sein Ruf vergrö-ßerte sich so schnell, daß er 1693 bei der Errichtung der Universität zu Halleals erster Professor der Medicin dahin berufen wurde. Hofsmann zeigtesich der Auszeichnung würdig; fern von aller Eifersucht suchte er für dienoch unbesetzten Stellen Männer zu gewinnen, welche der Universität undder Wissenschaft nützliche Thätigkeit erproben würden. So verdankte ihmStahl seine Berufung nach Halle, und ein freundschaftliches Verhältnißentspann sich zwischen beiden, was indeß bald durch Meinungsverschiedenheitüber wissenschaftliche Gegenstände gestört wurde. Achtundvierzig Jahre langlehrte Hoffmann zu Halle mit dem ausgezeichnetsten Beifall, stets eifrigden Pflichten seines Berufs obliegend und für Las Beste der Universitätwirkend; nur wenige Jahre (1709 — 1712) war er von Halle abwesend,wo ihn König Friedrich Wilhelm als Leibarzt nach Berlin berufenhatte. Hier indessen Unannehmlichkeiten mit seinen Amtsgenossen ausge-setzt, kehrte Hoffmann bald an seinen eigentlichen Wirkungsort zurück,wo er durch die Verbindung mit den angesehensten Instituten ausgezeichnet(er war Mitglied der Cäsareoleopoldinischen, der Berliner, Londoner und an-derer Akademien) in seinem dreiundachtzigsten Lebensjahre (1742) starb.
An. Aehnlich wie Stahl, wußte auch Hoffmann das Verhältniß richtigzu beurtheilen, welches der Chemie nach dem damaligen Zustande ihrer Aus-bildung zu anderen Wissenschaften einzuräumen war. Bei seiner ausgezeich-neten Gelehrsamkeit in der Medicin und dem großen Ruf, den er als Arztgenoß, versuchte er doch nicht, seine chemischen Kenntnisse zur Grundlageseiner medicinischen Ansichten zu machen; am nachdrücklichsten vielmehr un-ter den Aerzten der damaligen Zeit bestritt er das chemisch-medicinische Sy-stem des frühern Zeitalters, zeigte er die willkürlichen Annahmen der Ja-trochemiker und das Ungereimte der Meinung, alle Krankheiten nur voneinem Vorwalten der Säure oder des Laugensalzes ableiten zu wollen. Erbewies, daß keine dieser Substanzen, in den meisten Fallen, wo sie die Ja-trochemiker voraussetzen, wirklich vorhanden ist, und wurde so, für Deutsch-land wenigstens, zu einer der bedeutendsten Autoritäten gegen die chemisch-medicinische Lehre. — Von seinen theoretischen Ansichten aus der Chemie