Band 
Erster Theil.
Seite
205
JPEG-Download
 

205

IV.) Zeitalter der phlogistische» Theorie.

andere Angaben von ihm haben mehr Verdienst; er beobachtete, daß Wasser, sn,r.welches von einem Salze bis zur Sättigung aufgelös't ist, von einem an-^rn eine neue Menge aufnehmen kann, und bestimmte überhaupt genauer,als es bis dahin geschehen war, dieLöslichkeitsverhältnisse für mehrere Salze.Sonderbar war sein Versuch, für die Wirkungsact mancher innerlich anzu-wendender Arzneimittel dadurch eine Erklärung zu finden, daß er sie in Auf-^asung mit Blut zusammenmischte und die Ireactionen beobachtete.

Eller's chemische Abhandlungen finden sich in den Schriften der schau,»,berliner Akademie für 1745 — 1757; gesammelt sind sie in den »Physi-kalisch - chemisch - medicinischen Abhandlungen, <- welche nach seinem Tode(1764) herausgegeben wurden.

An Bedeutsamkeit als Chemiker wird Eller weit übertreffen durch P°,>.dwen andern berliner Gelehrten der damaligen Zeit, durch IohannHein-Wch Pott. Dieser war 1692 zu Halberstadt geboren; von seinen Eltern5ür das Studium der Theologie bestimmt, bezog er die Universität zu Halle.

Hür ober wurde er sich seiner Anlagen zur Chemie bewußt; anfangs in Ver-ödung mit der Arzneikunde, aber bald sich nur der Chemie hingebend, stu-fte er unter Fr. Hoffmann und Stahl, und wurde von dem Letztemfüglich für experimentelle Scheidekunst angeregt. Er ließ sich zu Berlinweder, wo er Mitglied der Akademie wurde und nach Neumann's Tode(1737) diesem als Professor der Chemie an der medicinisch - chirurgischen^iidungsanstalt nachfolgte. Mit den meisten anderen Chemikern der Ber-1>Ner Akademie stand Pott in beständigen wissenschaftlichen Streitigkeiten,kw hin und wieder ziemlich derb geführt wurden; sie wurden dadurch ver-blaßt, daß Pott verschiedene Ansichten Eller's (1757) einer scharfen^itik unterwarf, die von den Anhängern des Letzter» schnell, und noch per-(°»licher, beantwortet wurde. Dieser Wechsel von Streitschriften zog sich bis^761 hin, und Pott sah sich zuletzt veranlaßt, alle Verbindung mit der Aka-^wie, worin seine Gegner die Oberhand hatten, abzubrechen. In steter Thätig-st mit experimentcllen chemischen Arbeiten beschäftigt, lebte er noch bis 1777.

Pott vereinigte eine gründliche Kenntniß der ganzen chemischen Wis-(wschast, wie sie seiner Zeit vorlag, mit einem rastlosen Streben nach För-k^tung derselben. Er hatte eine ungemeine Geschicklichkeit in dem prakti-(Hen Theile der Chemie, eine unermüdete Ausdauer bei den langwierigsten