Band 
Erster Theil.
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Der tbol leLeben.

Allgemeine Geschichte der Chemie.

>. Claude Louis Berthollet war aus Savoyen gebürtig; 1748kam er zur Welt in Talloire, einem kleinen Orte in der Nähe von Annecy.Er gehörte einer ursprünglich französischen Familie an, welche wahrend derReligionskriege aus Frankreich ausgewandert war. Nachdem er seine ersteAusbildung zu Annecy erhalten hatte, widmete er sich bis 1770 dem Studiumder Medicin auf der Universität zu Turin. Nach erlangtem Dockors-grade ging er 1772 nach Paris, wo er sich Freunde gewann, welche ihmdie Stelle eines Leibarztes bei dem Herzoge von Orleans verschafften. Indiesem Verhältniß hatte Berthollet freie Muße zu anderen Beschäftigungen;er begann sich mit der Chemie vertrauter zu machen, und der Ruf, den ersich bald als geschickter Chemiker zu erringen wußte, veranlaßte 1780 seineAufnahme in die Pariser Akademie. Im Jahre 1784 bewarb er sich umdie von Macquer bisher versehene Professur der Chemie am cksrclln desplant«, wo ihm indeß Fourcroy vorgezogen wurde; eine andere, gleich-falls von Macquer bekleidete Stelle wurde ihm dafür zu Theil, indemihn die Regierung mit der Jnspection der Färbereien beauftragte. Indiesem Amte nützte er der Technik sehr viel, indem er sowohl die Theoriedes Farbeprocefses aufzuklären suchte, als auch in der Praxis wesentlicheVerbesserungen einführte; es blieb ihm zugleich die nöthige Zeit zu andernForschungen, und seine wichtigsten chemischen Entdeckungen datiren ausdieser Periode. Die Erfüllung wichtigerer Wichten beschäftigte ihn nachdem Ausbruche der französischen Revolution, wo Frankreich durch Abschnei-dung aller Hülfsquellen von außen gezwungen wurde, im Innern Allesdas zu produciren, was bisher ganz oder großentheils aus anderen Länderneingeführt worden war; wo unter den Gegenständen, deren Fabrication inFrankreich bisher fast gar nicht betrieben worden war, sich die für die da-malige Zeit dringendsten Bedürfnisse befanden, Materialien zur Beschaffungvon Munition, von Waffen und ähnliche. Berthollet zeichnete sichunter den damaligen Gelehrten Frankreichs besonders aus, Hülfsquellenzu entdecken und nutzbar zu machen; unter seiner Leitung gewannen dieSalpeter-, die Stahlbereitung und viele andere Industriezweige in Frank-reich einen Aufschwung, wie man es noch kurz vorher für unmöglich gehaltenhatte. Die Wichtigkeit dieser Leistungen für die geistige Richtung überhaupt,welche sich damals in Frankreich entwickelte, haben wir bereits in der Charak-teristik besprochen. Neben der aufopferndsten Thätigkeit und der größtenErgebenheit für das Interesse seines Vaterlandes zeigte Berthollet stets