Band 
Erster Theil.
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V.) Zeitalter der quantitative» Untersuchungen. 33t

hier auch ein hohes Rechtlichkeitsgesühl, einen ehrenhaften Charakter, derselbst in den wildesten Rcvolutionsstürmen sich nicht verleugnete; und derGegensatz seiner immer furchtlosen Biederkeit zu dem Kampfe der schlechtestenLeidenschaften, welche die damaligen Häupter Frankreichs befleckten, konnte"ur dadurch für ihn ohne die gefährlichsten Folgen bleiben, weil seine Un-entbehrlichkeit zck allgemein anerkannt war. — Schon 1792 war er zumOberaufseher der Münze ernannt worden; 1794 wurde er Mitglied derCommission für Künste und Gewerbe, die namentlich zur Hebung derAgrikultur beitragen sollte, und in demselben Jahre erhielt er die Professur^r Chemie an der Normal- und an der Polytechnischen Schule zu Paris.—Als Lehrer that sich Berthollet nicht besonders hervor; seine VortrageKaren zu streng wissenschaftlich gehalten, als daß sie bei einem großentheils"ur schaulustigen Publikum Anerkennung hatten finden können. Destokehr zeichnete er sich 1795 bei der Errichtung des Institut lies Sciences erörts aus, dessen thätigstes Mitglied für die Naturwissenschaften er wurde. —3m Jahre 1796, als Italien von den Franzosen unter Napoleon erobertworden war, sendete das Direktorium ihn und Monge in dieses Land, um°Me Auswahl der wissenschaftlichen Werke zu treffen, welche die PariserSammlungen zu zieren bestimmt waren. Auf dieser Sendung wurdeBerthollet mit Napoleon bekannt, und gewann sich dessen Achtung;iur Begleitung der Expedition nach Aegypten wurde er von diesem ausge-hebert, und war dort einer der thätigsten unter den Gelehrten, welche inuncivilisirtestcn Lande, und mitten im Getümmel des Kriegs, eineKisscnschastliche Vereinigung von hoher Bedeutung, das Institut <!' Lg/pte,dildelen. Wie während der Schreckcnszcit zu Paris, so zeichnete sich auchBerthollet in Aegypten durch Kaltblütigkeit und entschlossenen Charakter"us; er befand sich unter den wenigen, welche Napoleon 1799 aufhiner Rückreise nach Europa begleiteten. Die Achtung, welche der letztere'bm erwies, verminderte sich nie, und nach Napoleon's ThronbesteigungKurde Berthollet durch Ehrenstellen, Orden und den Grafentitel ausge-hichnet. Seinerseits aber auch verleugnete Berthollet seinen geraden°henen Charakter nie; die steigende Macht Napoleon's und die stetenGunstbezcugungcn des letztem machten ihn nie zum Schmeichler, nie zumHöfling. Die letzten Jahre seines Lebens brachte Berthollet zu Ar?euil,einem Dorfe nahe bei Paris, zu; sein Haus wurde hier zu einemSammelplätze der ausgezeichnetsten Gelehrten, welche sich unter seinem

e r t h o l l eLebtn.