46 Geschichte der einzelnen Erden.
die Erden mit Quecksilberoxyd gemischt anwandte. Anfangs Juni erhielt erdie Nachricht von Berzelius, es sei diesem in Verbindung mirvo. Pon-kin gelungen, aus Baryt und Kalk mit Quecksilber durch Galvanismus dieAmalgame ihrer Metalle darzustellen. Davy bereitete jetzt diese Amalgamemit Baryt-, Strontian-, Kalk- und Magnesiametall, und stellte durch Ab-destilliren des Quecksilbers die Metalle selbst im reineren Zustande dar.Bei der Thonerde, Zirkonerde, Beryllerde und Kieselerde glaubte er gleich-falls auf diese Weise Zerlegung bewirken zu können; die Resultate warenindeß sehr ungenügend.
Bald nachdem man gelernt halte, die Erden zu desoxydiren, ent-deckte man auch, daß einige von ihnen noch einer weiteren Verbindung mitSauerstoff fähig sind. Schon früher waren hierher gehörende Behaup-tungen ausgestellt worden. Humboldt suchte 1708 zu zeigen, daß dieErden, namentlich Baryt, Kalk und Thonerde, in feuchtem Zustande dasVermögen haben, die Atmosphäre zu zersetzen, ihr den Sauerstoff zu ent-ziehen und den Stickstoff rein zurückzulassen. Es sei möglich, daß die Er-den selbst sich hierbei mit dem Sauerstoff verbinden, aber auch, daß sienur eine Oxydation des vorhandenen Wassers veranlassen. Daß sich Koh-lensaure bildet, wenn Dammerde mit atmosphärischer Luft in Berührungist, hatte kurz vorher Theodor von Saussure bemerkt; daß der Sauer-stoff der Luft hierbei verschwindet, hatte Jngenhouß hervorgehoben.Th. von Saussure widersprach sogleich Humboldts Aussage, undbehauptete, der Sauerstoff der Luft verschwinde zwar, wenn sie mit Erde,welche vegetabilische Substanzen enthalte, in Berührung sei, aber nicht inBerührung mit reinen Erden. Van Mons bestätigte inzwischen Hum-boldts Entdeckung, zu deren Bekräftigung auch ältere Beobachtungenzusammengestellt wurden. Auf diese vermeintliche Eigenschaft der Erden,sich mit Sauerstoff verbinden zu können, stützte sich auch Gictanner1800, als er behauvtete, das Wasser, wenn man es über glühende Erdenleite, werde durch Verlust an Sauerstoff zu Stickstoff (vergl. S. 217 des>11. Theils.. Die Richtigkeit der Saussurtschen Erklärung wurde indeßbald anerkannt, namentlich da Berthollet 1800 in einer Kritik der Gir-lannetschen Behauptung sich auch zugleich gegen die Sauerstoffabsorp-tion durch Erden aussprach, und zur Unterstützung seines Urtheils genaueVersuche verschiedener Beobachter zusammenstellte. — Nachdem Gay-Lussac und Thv'nard wahrgenommen halten, daß das Kali und das