Band 
Vierter Theil.
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Strvntianerde; Kalkerde.

Natron Hyperoxyde bilden können, fanden sie auch (1810), daß der Barytunter Mitwirkung von Warme Sauerstoff absorbiren kann; sie stelltenso das Daryumhyperoxyd dar. Die Hyperoxyde von Strontium und Cal-cium stellte spater (1818) Th^nard mittelst des Wasserstoffhyperoyds dar.

Bald nach der Entdeckung des natürlichen kohlensauren Baryts s,r°n,i<,n-glaubte man diesen auch bei Strontian in Schottland zu finden; daß dashier vorkommende Mineral eine eigenthümliche Erde enthalte, vermuthetezuerst Crawford, in einer Schrift über die medicinischen Eigenschaftendes salzsauren Baryts, 1790. Die Versuche, auf welche hin er diese Ver-muthung faßte, wurden, wie er angiebt, durch Cruikshank angestellt.

Klaproth scheint hiervon nichts gewußt zu haben, als er 1793 eine Ver-gleichung zwischen dem kohlensauren Baryt und jenem Mineral vonStrontian veröffentlichte, worin die Eigenthümlichkeit der Strvntianerdenachgewiesen wurde. In demselben Jahre las Dr. Hope eine Abhand-lung über diesen Gegenstand vor der Edinburger Societät, worin er dieStrvntianerde gleichfalls als eine eigenthümliche erkannte, und ihre Salzegenauer beschrieb. Hope hatte seine Versuche bereits 1791 begonnen,aber erst 1798 wurden sie vollständig publicirt. — Daß in dem meistenSchwerspat!) auch schwefelsaurer Strontian enthalten ist, entdeckte Lo-witz 1795.

^Die frühe Anwendung des Mörtels zum Bauen zeigt, in wie ent-fernten Zeiten man den Kalk, und das Brennen der Kalksteine, gekannthaben muß. Ueber die Verwandlung des kohlensauren Kalkes in Aetzkalkund über die Eigenschaften des letzteren geben Dioskorides und Pli-nius im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung zuerst nähere Auskunft.

Nach Dioskorides wird der Aetzkalk («ü/3s6r<)§, ungelöschter, A,heißt er bei ihm) aus Muschelschalen bereitet, indem man sie bis zumvölligen Weißwerden glüht, oder aus Kalksteinen, oder aus Marmor; undden aus dem letzteren dargestellten ziehe man vor. Er spricht von dcr kau-stischen Eigenschaft des gebrannten Kalkes (vergl. Theil 111, Seite 27 f.)und von der Behandlung desselben mit Wasser. Er giebt an, der ge-