Kalkerde.
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Schon die Alten betrachteten den Gyps als eine dem Kalk nahe ste- Schw,f,isam,rhende Substanz (vergl. Theophrast's Meinung, Seite 48); cngnat»calci ros g)ps»>» os>, sagt Plinius. Diese Ansicht ging indeß nichtaus der Kenntniß hervor, daß in dem Gyps Kalk enthalten ist, sondernaus der Wahrnehmung, daß der Gyps wie der rohe Kalkstein durch dasBrennen mürbe wird. Daß gebrannter Gyps mit Wasser schnell erhär-tet, wußten Theophrast (vergl. am eben angeführten Orte) und Pli-nius; inallillo Stalin, »tenll»,» ost, gnoniam ooloriinio ooit ac sicca-tnr, sagt der letztere. — Agricola betrachtete den Gyps als aus demKalk entstanden, weil der erstere in dem letzteren vorkomme. 8ax»»> cal-cis Garens est gnn,I i» ,»ontiI,»s .^lisenao, gni s»nl s,l 8alsm,
licel onnspicere, ubi vonae Avpsi per saxa calcis vakant,ir, drückt ersich in seiner Schrift cke ,,st»ra fossil,'»,» aus.
So wurden Kalk und Gyps lange Zeit hindurch für ähnliche Sub-stanzen gehalten, ohne daß man den wahren Unterschied zwischen ihneneinsah. Beide wurden von einander als verschiedene Erdarten getrenntdurch Pott, in seiner I-iiiioAooAnnsia (1746). Er erwähnte hier, daßmehrere Chemiker die Verbindung der Schwefelsäure mit der Kalkerde alswahren Gyps betrachten, und A)psu», arte säet»,» nennen; doch glaubteer, zwischen diesem und dem natürlichen Gyps Unterschiede zu finden. DerNiederschlag aus Schwefelsäure mit Kalkerde wurde im 18. Jahrhundertgewöhnlich als Selenit (von 8e>e»e, Mond) bezeichnet, an ein weiß glän-zendes Mineral erinnernd, dessen unter dieser Benennung schon Diosko-rides und Plinius erwähnen, und welches wahrscheinlich eine ArtGyps war; jener Niederschlag wurde so genannt, noch ehe man wußte,daß er wirklich mit dem Gyps gleich zusammengesetzt ist. Von einem beider Untersuchung von Mineralwasser erhaltenen Selenit gab übrigens derEngländer Benjamin Allen in seiner lXatnrsl llistnr) ob minerslWators of <7,oat I.ritai» schon 1711 an, er enthalte Schwefelsäure undKalkerde.
Der künstlich dargestellte schwefelsaure Kalk wurde also von dem na-türlich vorkommenden von den meisten Chemikern als verschieden betrach-tet; während die Zusammensetzung des ersteren bekannt war, blieb die deszweiten im Dunkel. Daß in dem natürlichen Gyps Vitrivlsaure enthal-ten sei, behauptete Macquer 1747; seiner Meinung nach besteht derGyps aus zwei Substanzen, deren eine durch das Feuer verändert wird
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