Alaunerde.
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er schon 30 Jahre früher die Entdeckung desselben zufällig gemacht halte.Ihn hatte damals eine vornehme Person ersucht, aus den Exkrementenvon Menschen ein geruchloses weißes Oel darzustellen; dieses Präparatstgire nämlich das Quecksilber zum feinsten Silber. Homberg unterzogsich dem Auftrag, allein trotz der Sorgfalt, mit welcher die Diät derjeni-gen geregelt wurde, deren Excremente man zur Darstellung des ge-wünschten Präparates anwandte (nichts Anderes als feines weißes Brotund Champagner durfte von jenen genossen werden), wurde das letzterenicht erhalten. Unter den mannichfaltigen Zusätzen, mit welchen Hom-berg die rohe Materie destillirte, um ein farbloses Oel zu erhalten,befand sich auch Alaun; und wenn dieser angewandt worden war, entzün-dete sich mehrmals der Rückstand in der Retorte, als nach der Beendi-gung der Destillation die Vorlage abgenommen wurde. Diese Beobach-tung vernachlässigte Homberg bis 1711, wo er zufällig wieder daranerinnert wurde, und genauer untersuchte, unter welchen Umständen manein Präparat erhält, welches erkaltet sich an der Luft entzündet. Er gabdamals die Vorschrift, gleiche Theile frischen Menschenkoth und römischenAlaun über gelindem Feuer zu trocknen und dann in einem Glaskolbenmit langem Halse zu calciniren; statt des Koches könne man, meinte Hom-berg, vielleicht auch Harn nehmen. Er erklärte die Entzündung desPräparates an der Luft durch die Annahme, in ihm sei wasserfreies Salzmit leicht entzündlichem Oel enthalten. Das wasserfreie Salz erhitze sichmit der Feuchtigkeit der Luft (ähnlich wie gebrannter Kalk mit Wasser) sostark, daß dadurch das leicht entzündliche Oel in Brand gerathe. — Hom-berg bezeichnete dieses Präparat als einen Phosphorus; es wurde ihmbald der passendere Namen Pyrophorus beigelegt, und dieser später aufjeden Körper übergetragen, welcher durch Berührung mit der Luft sich ent-zündet. ,
L. Lemern zeigte 1714, daß zur Bereitung des Homberg'schen Py-rophors der Menschenkoth entbehrlich sei; aus Alaun mit Blut, Eidotter,spanischen Fliegen, Regenwürmern, Fleisch, Holz, Mehl und anderen brenn-baren Substanzen erhielt er guten Pnrophor, aber seine Arbeit hatte kei-nen Erfolg, wenn er start des Alauns ein anderes Salz anwandte. 1715gab er die Erklärung, bei der Darstellung verändere die brennbare Sub-stanz die Säure im Alaun zu Schwefel, dieser und das noch vorhandeneBrennbare entzünden sich durch die Erhitzung, welche die kalkartige Masse
Kopp'ü Geschichte der Chemie. IV. 5