1t4
Geschichte der einzelnen schweren Metalle.
6^ färbte, wird von Dioskorides und Plinius alsoder Laeliiii'g (dies Wort leiten Einige von Cadmus ab, der die Griechen^ zuerst mit der Gewinnung und Bearbeitung der Erze bekannt gemacht ha-
ben soll) bezeichnet; bei beiden wird derselbe Name auch für künstlich darge-stelltes Zinkoxyd (vergl. unten) gebraucht. Dioskorides spricht nur vonder medicinischen Anwendung der Cadmia, Plinius auch von ihrer Be-nutzung zur Bereitung des Messings, welches bei ihm nicht nur rws, son-dern auch anriolialcn,» heißt (die letztere Bezeichnung ging vermuthlich aufeine besondere Gattung von Messing, ähnlich wie das neuere Similor; es wirddies besonders wahrscheinlich, wenn die unten angeführte Worterklarung desJsidorus die richtige, die von Festus mitgetheilte, daß es eigentlich orlchsl-cum heiße, aber die unrichtige ist). Bei Plinius bedeutet cssimlg die Sub-stanz, die zur Messingbereitung dienen kann; er sagt: Kt e Igpisie
aeroso, guem vncgnt cgsinsign», und: Ot ipse Igpi« , ex <juo tit ges,cssinns voogtnr, sie rnrsus in iornacihns existit (als Beschlag der Oefen,in welchen Erze verarbeitet wurden). Diese Benennung der natürlichenZinkerze und des Ofenbruchs mit demselben Namen deutet daraus hin, daßman eine Gleichartigkeit in ihren Wirkungen, vielleicht die Anwendbarkeitder letzteren Substanz zur Messingbereitung, damals schon erkannt habe, aberkeiner der Alten erwähnt dieser Anwendbarkeit ausdrücklich. Auch die zu-nächst folgenden lateinischen Schriftsteller nennen nie, wo sie Zusätze zurMessingbereitung anführen, die künstliche Cadmia ausdrücklich. Festus (um4E0 etwa) hat in seiner Schrift sie verhornn» siAniücatione folgende Er-klärungen: Easimes terrs, c^nae in ges conjicitnc, nt Lot surichglcum,und: snriehglcuin vei nrielialcuin guisiain putont composituin ex sere etguro, sive <n»osi coloren» lioheat svrenin. Orichslcum ssne siicitur, gnisin inoirtnosiL loeis invenitnr. itlons etenim Orsece oyo§ sppelistur.Jsidorus im 7. Jahrhundert erklärt in seinem Werke über die Abstam-mung der Wörter: gnriolnsicnin siictun», gnosi et splensiorem suri et <!»-ritiem seris possisiest; sit guten» ex sere et igne innlto, ae »ne<Iicgmini-hns (Zusätze) persincitur gsi gnrenin eolore,»».
Den Alchemisten war die Färbung des Kupfers durch zinkhaltige Sub-stanzen so früh bekannt, als man die Existenz der Alchemie sicher zurück-verfolgen kann. Der Alexandriner Zosimus giebt im Anfang des 5. Jahr-hunderts die Vorschrift, Cyprisches Kupfer zu schmelzen und fein zerriebeneTutia darauf zu streuen. Wenn dieser Zusatz wirklich schon bei Zosimus