Band 
Vierter Theil.
Seite
115
JPEG-Download
 

Zink.

115

als Tutia bezeichnet ist (von den Schriften desselben sind nur wenige Bruch- K,nn,M,stucke edirt, und der Inhalt der obigen Vorschrift nur durch die Relation o>"lm-iu.M,ssmg.eines Spateren bekannt), so haben diejenigen Unrecht, welche behaupten,die Bezeichnung Tutia finde sich zuerst bei Avicenna im 11. Jahrhundert.

Auch Geber im 8. Jahrhundert kannte die Verwandlung des Kupfers inMessing, urit> in den Uebersetzungen seiner Schriften wird der nöthige Zusatzgleichfalls als Tutia bezeichnet; tutia Venerem citrinst citrinitste bong,heißt es in der 8umms perkectiouis rusAisterü. Gleichbedeutend mit Tutiasoll sich auch bei den arabischen Schriftstellern climio finden, woraus cali-Miz, caliiuinaris oder calamiuaris und im Deutschen Galmei gewor-den sein soll; diese Bezeichnungen, gehen, so weit sich das aus den arabischenSchriften Mitgetheilte beurtheilen laßt, sowohl auf den natürlichen Galmei,wie auf zinkhaltigen Ofenbruch.

Bei den Abendländern äußert sich im 13. Jahrhundert AlbertusMagnus (in seinem Werke 3e re0u8 metallicis et mineralibus) über den>N Rede stehenden Gegenstand; er wußte, daß der natürliche Galmei wieauch die bei dem Rösten von (zinkhaltigen) Erzen sich sublimirende Sub-stanz zur Bereitung des Messings anwendbar ist. Der erstere heißt bei ihmaalsiniuaris (vergl. Theil III, Seite 104 f.), die letztere Tutia; tutiiia, sagt er,

usus tre^uens est in transmutstionilms metallorum, est artiOcisli«

«t uon natursli« coministio; lit autem tutiiis ex kuino gui elevatur su-1»eriu8, et rxlliserendo corporibus «1uri8 cos^ulstur, ubi purilicstur sexs I3in'(1i1>u8 et 8tonno, guae 8unt in ip8o. Aus dem 15. Jahrhundertspricht Basilius Valentinus in seinem letzten Testament: »Man bringtganz abendtheuerlicher Weise ins Kupfer die Nöthe, und machet Messingdaraus", gehl aber nicht darauf ein, wie das letztere geschehe; in derselbenSchrift, da wo er vom Bleierz handelt, nennt er auch den Galmei, aberohne ihn naher zu beschreiben.

Agricola spricht die Ansicht aus, das Messing sei eine Mischung,aber er meint, seine Bestandtheile seien Kupfer und eine Erde (Galmei).

In seinem Werke cke ortu et causi« 8rlbterrsneorum sagt er: 51i 8 tu lierivx terrs et metsllo, comprobst oricbzlcuiii, yuo<I ex sere et csämiskv88ili lit. In der Abhandlung cke naturs ko8si>inin erwähnt er, daß manstatt des gewöhnlichen Galmei's auch Ofenbruch zur Darstellung des Mes-sings nehme: 8unt ^ui in cackmise 1o«8ili8 locum csckmiam loruocuin«ullxti tunnt. Dies e Nutzung des bisher für unbrauchbar angesehenen Ofen-

8 *

/s0l61.l07l!kl< lior 7.1.

XV rOllvOII //