Band 
Vierter Theil.
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Quecksilber.

Zinnober als minium; cinnad.aris bedeutet auch bei ihm Drachenblut. —Der Zinnober wurde von den Alten hauptsächlich als Malerfarbe benutzt;H. Davy fand ihn in dem Anstrich der Zimmer eines antiken Gebäudes.

Wenden wir uns jetzt zu den ersten Beobachtungen über die künstlicheBildung des Zinnobers, nicht in dem Sinn, wie Theophrast von künst-lichem, d. h. gereinigtem, Zinnober spricht, sondern über die Darstellungdieses Körpers aus seinen Bestandtheilen. Schon bei den Alexandrinernfinden sich hierher gehörige Angaben; die xost zrusrrx« des an-

geblichen Demokrit (welche vor 400 nach Chr. geschrieben sind) schrei-ben neben einer Menge anderer Substanzen auch Schwefel vor, um Queck-silber zu sixiren oder fest zu machen. Bestimmter giebt Geber im 8. Jahr-hundert in seiner 8umms perkectionis mgAisterii an: 8ullur 51eroiriosssooistum et assatum per suOIimstionem üt usikur (so hieß der Zinnoberoft; urikur, (licitur cinnsligris , erklärt das 1657 erschienene I^exicoa clii-wicuiu des Engländers Johnson). Im 13. Jahrhundert sagt AlbertusMagnus in seiner Schrift Kompositum <Ie compositio: ai-Aeatum vivumo»m sulkuro sudiimatum eouvertitur in pulverem rubeum spleuckeutem.Allen Späteren ist diese Bereitungsweise bekannt; zu Agricola's ZeitenWurde schon der Zinnober zu Venedig im Großen künstlich dargestellt.

Als Bestandtheile des Zinnobers scheint Geber nach der oben ange-führten Stelle Quecksilber und Schwefel betrachtet zu haben, und diese An-sicht blieb lange die unbestrittene. So meint Libavius in seiner Hld,)--mis (1595): (iinii.ibaris est maAi'sterium compositum ex li^ckrar^^root sulpbure uns commistis, et sudlimatione iu mass.am sauguineam uni-O's; ebenso urtheilt er von der Zerlegung desselben durch Erhitzen mit kohlen-saurem Kali: Cinnallarin »IU eum tartsro ealcinato miscent su6iimsnt-gue, umie se^regatur in sua principia, seu memOra, ex guibus luitconstituta , und in dem zweiten Theile seiner Cammeutsriorum tVIcbemiae(1606) definirt er: Ciung6sr!s est corpus nunerale, coustaus potissimumbulplmrg et argcuto vivo mutun comprebensis. Auch Kunkel glaubte inseinen »chymischen Anmerkungen von denen Oriucipüs cli/micis« (1677), derZinnober enthalte Schwefel; Stahl, in dem 8pecimine Kectierisuo (1702)und in den »Gedanken und Bedenken von dem sulpliure« (1718) hielt esfür erwiesen, daß des Zinnobers alleinige Bestandtheile Quecksilber undSchwefel seien; ebenso Boerhave in seinen Klementis CKemiae (1732)Und viele Andere. Der dänische Leibarzt Joh. Sam. Carl zeigte 1708