228
Geschichte der einzelnen schweren Metalle.
dium darstellen könne, legte er der knp.ii 8ociet/ zu London vor, wo sieWollaston, als Secretar der Gesellschaft, vorlas; sodann wurde die Ab-handlung auch in den ?I>iIr>L 0 phicaI 'LrcmEtions abgedruckt. Gleich nach-her wurde ein anderes anonymes Schreiben in Umlauf gebracht, worin einebedeutende Prämie dem versprochen wurde, welcher nach Ch'enevix' Vor-schrift oder nach irgend einer anderen Methode Einen Gran Palladium künst-lich darstelle. Niemand meldete sich; auch versuchten Val. Rose d. I.,Gehlen, Trommsdorffund Richter vergebens, auf dem vonEhenevixvorgeschriebenen Wege einen Körper, der die für das Palladium angegebenenEigenschaften habe, darzustellen. 1804 veröffentlichte Wollaston, daß erdas Palladium entdeckt habe, und beschrieb das Verfahren, wie es aus demPlatinerz auszuziehen sei. — Der Name ist von dem durch Olbcrs 1802entdeckten und als Pallas bezeichneten Planeten entlehnt.
Als Wollaston *) sich als Entdecker des Palladiums nannte (1804),kündigte er zugleich an, daß noch ein neues Metall in dem rohen Platinerzenthalten sei, das Rhodium. Diesen Namen wählte er dafür (nach demgriechischen Worte yoöoxeg, rosig), weil die sauren Lösungen desselben in derRegel rosenroth sind.
Smithson Tennant**) entdeckte 1802 an dem Rückstände, wel-cher bei Behandlung des rohen Platinerzes mit Königswasser bleibt, beson-
') William Hyde Wollaston, der Sohn eines Geistlichen zu Chiselhurst,war 1766 geboren. Er studirte die Arzneikunde zu Cambridge und London,und promovirte an der ersteren Universität. Dann prakticirte er einige Jahrezu Bury St. Edmunds und später zu London. Hier meldete er sich zu einerStelle, welche an dem St. Gevrge's Hospital erledigt war; da ihm ein an-derer, seiner Ansicht nach weniger Befähigter, vorgezogen wurde, gab er dieMedicin ganz auf, und beschäftigte sich nun vorzugsweise mit Physik undChemie. 1703 wurde er zum Mitgliede der ko^al Siieietx und später zumSecretär dieser Anstalt ernannt. Er starb im Anfange des Jahres 1829,nach längerem schmerzhaften Krankenlager. — Seine Untersuchungen publi-cirte er vorzüglich in den kkilosopliicsl l'ransactions seit 1797, und inThomsons ^nnals ok Ukilosopbx.
") Smithson Tennant war der Sohn eines englischen Geistlichen, und zuSelby in Uorkshire 1761 geboren. Um Medicin zu studiren, bezog er 1781die Universität zu Edinburg, wo er unter Black Chemie studirte, und 1782die zu Cambridge, wo er sich hauptsächlich mit Chemie, Botanik und Mathe-matik beschäftigte. 1784 bereiste er Dänemark und Schweden und wurde hiermit Scheele bekannt; bald darauf bereiste er Frankreich und die Niederlande.