Band 
Vierter Theil.
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Platin; Palladium.

daß fein zertheiltes Platin einen Strom von Wasserstoffgas, welcher auf Wi-nm,, r,«-wadasselbe bei Zutritt der Luft geleitet wird, entzündet. Was die Wissenschaft »°ffg--s,W'ing„'stund was das praktische Leben dieser Entdeckung zu danken hat, ist bekannt;mit der Anwendung dieser Entdeckung zu der so verbreiteten Zündlampe be-schenkte Döbereiner die Mitwelt, wahrend sonst oft ungleich wenigerwichtige praktische Anwendung wissenschaftlicher Entdeckungen (man erinneresich j. B. der Erfindung des jetzt fast vergessenen Kaleidoskops durch Brem-ste r) als Privatspeculation zur Erwerbung von Reichthümern genutzt wor-den ist. — Die Umstände, unter welchen das Platin solche Wirksamkeitzeigt, und welchen anderen Substanzen eine ähnliche zukommt, untersuchtenbesonders vollständig Thenard und Dulong, noch 1823.

Ueber die, in die neuere Zeit fallende, Erkenntniß der anderen mit dem Palladium.Platin vorkommenden Metalle mögen nur einige kürzere Angaben hinsichtlichder ersten Entdeckung derselben hier Platz finden. Unter ihnen wurde zuerstdas Palladium bekannt. Im Jahre 1803 wurde zu London ein anonymesSchreiben in Umlauf gebracht, mit der Nachricht, ein neues Metall, Palla-dium, sei bei dem Handlungshause Förster zu verkaufen. Ehenevix *)glaubte, wegen der ungewöhnlichen Art der Ankündigung, es stecke eine Be-trügerei dahinter; er brachte den ganzen Verrath des neuen Körpers an sich,

Untersuchte ihn mit der vorgefaßten Meinung, er müsse eine Legirung vonbekannten Metallen sein, und glaubte aus seinen Versuchen den Schlußziehen zu dürfen, er sei ein eigenthümlich dargestelltes Platinamalgam.

Diese Versuche und seine angebliche Methode, wie man sogenanntes Palla-

*) Richard Chencvir, ein Jrländer, war während der Schreckenszeit inParis, und wurde hier, iu Gesellschaft mit einigen französischen Chemikern,in das Gefängniß geworfen. In der Unterhaltung mit diesen erwachte bei ihmNeigung zur Chemie, und nach seiner Freilassung machte er sich bald alsfleißiger Analytiker bekannt. Viele Feinde zog er sich im Anfange dieses Jahr-hunderts in Deutschland dadurch zu, daß er den damals herrschenden natur-Philosophischen Ansichten schroff entgegentrat. In Folge des oben erzähltenVorfalles wandte er sich ganz von der Chemie ab. — Seine Untersuchungenveröffentlichte er in den I'irilosoplrical'Iransactions, Tilloch's I'iniosopincalNicholson'ö Journal, den .-Innsics llc Llümio und anderen Zeit-schriften. Seine tiomarlrs upon clreinical nomonclaturv erschienen 1802.

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