Band 
Vierter Theil.
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Ueber -ie Ausbildung der organischen Chemieim Allgemeinen.

-vtit Recht betrachtet man das Studium und die Erkenntniß der organi- Sini.ikling.scheu Verbindungen als vorzugsweise der neuesten Zeit ungehörig; wahrendlängerer Zeit wurde die Mineralchemie mit Vorliebe betrieben, und in Be-gehung aus die hierher gehörigen Substanzen zuverlässigere Beobachtungengesammelt, während über die organischen Verbindungen nur unsichere Wahr-nehmungen gemacht und schwankende Ansichten aufgestellt wurden. Ostbeschäftigten sich die Chemiker hauptsächlich mit Untersuchungen über un-organische Substanzen; doch würde man sehr irren, wollte man behaupten,stets habe früher dies Verhältniß zwischen organischer und unorganischerChemie bestanden. Zu mehr als einer Zeit war früher die organische Che-mie der hauptsächlich bearbeitete Theil unserer Wissenschaft, und öfters schonwaren Untersuchungen, die diesem Theile angehören, maßgebend für dieRichtung und die Ansichten der Chemiker überhaupt.

Die chemischen Kenntnisse der Alten, wenn wir die unzusammenhän-genden einzelnen Wahrnehmungen derselben so nennen wollen, waren sicherln Beziehung auf die organischen Verbindungen nicht unvollkommner als inBeziehung aus die unorganischen; im Gegentheil knüpfen sich die Beobach-lungen, welche Thatsachen von allgemeinerer Bedeutung betreffen, vorzugs-weise an Gegenstände der organischen Chemie. Die einzige Saure, welchebie Alten kannten, war eine organische Säure, der Essig; eine organischeSubstanz, der Galläpselsaft, war das erste Reagens, dessen man sich be-baute; an einem organischen Körper, dem Terxenthin, übte man sich amstutzest^ in unvollkommenen Destillationsversuchen. Die erste künstlicheDarstellung von Salzen geschah mittelst einer organischen Saure; der Proceß,