Band 
Vierter Theil.
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Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.

dessen genauere Untersuchung spater auf einen großen Theil der organischenChemie ein so Helles Licht verbreitet hat, der Verseifungsproceß, wurde schonin alter Zeit ausgeübt. Eine Menge einzelner organischer Körper, welchein der neueren Zeit zu Ausgangspunkten wichtiger Untersuchungen wurden,waren den Alten bekannt: Fette, Oele, Harze, Gummi, Stärkemehl, Zucker,Essig, Farbestoffe verschiedener Art; von den wichtigeren chemischen Vor-gängen, welche die Bildung neuer organischer Körper bedingen, die Wein-gahrung und die Essiggahrung, die Destillation für sich (namentlich die Dar-stellung des Terpentinöls), die Behandlung fetter Körper mittelst Alkalien.

Wahrend des Zeitalters der Alchemie gewinnt das Studium der un-organischen Verbindungen einen Vorsprung vor dem der organischen. DieVerbesserung von Darstellungsmethoden, namentlich der Destillation, führtzwar auch zur Auffindung neuer organischer Substanzen (der Weingeist wirdisvlirt, mehrere ätherische Oele dargestellt, die trockne Destillation organischerVerbindungen, des Weinsteins z. B., zuerst versucht), und auch die Berei-tung neuer unorganischer Körper leitet zu der Untersuchung ihres Verhaltensmit organischen (die Einwirkung von Säuren auf Weingeist ist schon im13. Jahrhundert der Gegenstand von Versuchen), aber im Allgemeinen ließder Endzweck, welcher die chemischen Arbeiten vom 4. bis zum 16. Jahr-hundert dominirte — das Streben, den Stein der Weisen darzustellen —die Alchemisten vorzugsweise mit mineralischen Substanzen arbeiten. — DiePharmacie, so weit sie bis zu dem Ende des 15. Jahrhunderts ausgebildetwar, förderte die organische Chemie ebenso wenig als die unorganische.

In dem 16. Jahrhundert bemächtigten sich vorzugsweise zwei Richtun-gen der Chemie: die medicinische und die metallurgische. Erstere übt einengrößeren Einfluß auf unsere Wissenschaft aus, indem die auf sie bezüglichenAnsichten heftiger discutirt werden, öfters wechseln, mehr Kräfte in Bewe-gung setzen und in weiterem Kreise die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Diemetallurgische Chemie kommt früher zu bestimmten Resultaten, ihre Er-kenntniß schließt sich früher ab. Wahrend in der metallurgischen Chemieder erste ausgezeichnete Repräsentant (Agricola) auch der ist, dessen Kennt-nisse und Ansichten lange auch in den Einzelnheiten fast unverändert fortge-pflanzt werden, weichen die Führer der iatrochemischen Richtung (Para-celsus, van Helmont, Sylvius u. A.) bei weitem mehr in ihren An-sichten von einander aber, so weit diese den chemischen Proceß in dem leben-den Körper betreffen. Aus der metallurgischen Chemie gehen in jener Zeit