Band 
Vierter Theil.
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271
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Ausbildung der organischen Chemie im Allgemeinen. 27t

schah dies durch die Annahme zusammengesetzter Radikale, welche sich wieAns,ch„nanfache unorganische Substanzen verhalten, also durch die Parallelistrung ».-^'sch-nzusammengesetzter organischer Körper mit einfachen unorganischen; »orde-rtet wurde dieses durch die Parallelisirung zusammengesetzter organischerKörper mit zusammengesetzten unorganischen.

Das letztere geschah namentlich in Beziehung auf die zusammengesetztenAetherarten. Diese Körper waren schon früher als den Salzen ähnlich be-trachtet worden; eine genaue Parallele zwischen ihnen und den Salzen eines^stimmten Alkali's zogen jedoch zuerst Dumas und Boullay d. I. 1828.

Diese Chemiker nahmen die von Gay-Lussac schon 1815 geäußerte An-ficht wieder auf, Alkohol und Aether seien Verbindungen von ölbildendemGas und Wasser; sie ermittelten zuerst die richtige Zusammensetzung derAetherarten, welche Sauerstoffsäuren enthalten, und fanden, daß diese Körperbetrachtet werden können als Verbindungen von Säure und Aether, odervon Säure, ölbildendem Gas und Wasser; ebenso wie die Ammoniaksalzeaus Säure, Ammoniak und Wasser bestehen. Sie führten die Vergleichungzwischen den Aetherarten und den Ammoniakvecbindungen erschöpfend durch,und zeigten, welcher Klarheit die Betrachtung von organischen Verbindungenfähig ist, wenn man für sie eine ähnliche Constitution wie für unorganische

annimmt.

Diese Betrachtungsweise (welche Dumas und Boullay auch auf an-bete organische Verbindungen ausdehnten, sofern man Rohrzucker, Trauben-zucker u. a. als aus ölbildendem Gas, Wasser und Kohlensäure zusammen-gesetzt ansehen könne) schloß sich also den früheren Ansichten Gay-Lussac'sund Döbereiner's insofern an, als einfachere, und für sich darstellbare,unorganische Substanzen als die näheren Bestandtheile der organischen Ver-bindungen betrachtet wurden; es lag aber darin der große Fortschritt, daßfür eine ganze Reihe organischer Verbindungen (für alle Aetherarten) eineanaloge Constitution wie für unorganische Verbindungen angenommen wurde,fo daß das chemische Verhalten der ersteren in mehrfacher Beziehung sich^icht nach den Erfahrungen erklären ließ, welche man für die unorganischenVerbindungen gemacht hatte. Dieser letztere Punkt, daß die Annahme derrationellen Constitution zugleich einen Ausdruck und eine Erklärung für dasrheinische Verhalten in sich schließen solle, wurde bei mehreren späteren Ver-gehen, die rationelle Constitution der organischen Verbindungen aufzufinden,vernachlässigt; es ist auf diese, wo mit einer gewissen Willkür beliebige