278 Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.
kein Wasser zurücklasse (vergl. die oben, Seite 276, angeführte Stelle).
SE- Auch diese Probe erhielt sich lange; in den Schriften der Pariser Akademiefür 1718 schlug C. I. Geossroy vor, den Weingeist in einem graduirtencylindrischen Gefäße zu verbrennen, und das Volum der angewandten Flüs-sigkeit mit dem des zurückbleibenden Phlegma's zu vergleichen, und nochBergman schrieb in seinen Anmerkungen zu Scheffer's Vorlesungen(1775) diese Prüfungsmethode vor. Auch die Oelprobe (ob ein TropfenOel in dem zu prüfenden Weingeist schnell oder langsam sinkt) wurde früheund lange angewandt. Schon in Savonarola's oben (Seite 277) er-wähnter Schrift wird angegeben, den Weingeist prüfe man, indem manihn über Oel gieße und zusehe, ob er darüber stehen bleibe; in einem 1483gedruckten, durch Michael Schrick verfaßten »Verzeichnuß der ausge-brannten Wasser» wird erwähnt, daß Oel in Branntwein untersinke; aufdieselbe Erscheinung, als einen Beweis der Reinheit des Weingeistes, machtePhilipp Ulstedt (um 1500 Professor der Medicin zu Freiburg imBreisgau) in seinem Loelum kkilosopliorum aufmerksam, und C. I-Geossroy erwähnt noch 1718 dieser Probe als einer ziemlich genauen. —Tabellen über die Zusammenziehung, welche bei der Mischung von Wein-geist und Wasser eintritt, und über das specifische Gewicht der verschiedenenMischungen gaben schon R e aum ur in den Pariser Memoiren für 1733 und1735, Brisson in denselben für 1768, u. A. Die erste vollständigereUntersuchung darüber, um die Zusammensetzung von wässerigem Weingeistnach dem specifischen Gewichte beurtheilen zu können, stellten Blag denund Gilpin an, in Folge einer Aufforderung der englischen Regierung,und veröffentlichten sie in den kiülosopliicsl "»Lnssotion« für 1794. Zujener Zeit war indeß der absolute Alkohol noch nicht bekannt; nach der Ent-deckung des letzteren (1796) gaben zunächst Lowitz und Richter Tabellenüber die Dichtigkeit der verschiedenen Mischungen von Alkohol und Wein-geist; die späteren Arbeiten über diesen Gegenstand brauchen hier nicht an-geführt zu werden.
B,mnm,ng,n. Unter den Benennungen des Weingeistes scheinen die Ausdrücke sg"»oräens und Agil» vit!>e (man findet auch sgua vitis, Rebenwasser, ge-braucht) die ältesten zu sein; doch sind uns von den ältesten Schriften,die des Weingeistes erwähnen, nur Uebersetzungen, nicht die Originale be-kannt. Bei Arnold Villanovanus im 13. Jahrhundert heißt der