Band 
Vierter Theil.
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305
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Weingeist und die verschiedenen Aetherarten. 305

Schriften; nach der alteren Ansicht über das Weltgebäude ist die Atmosphärevon einer noch feineren Flüssigkeit, als die Luft, von dem Aether, umgeben;daher die Bezeichnung Aether für jede sehr durchdringende leichtflüchtige (nachoben strebende) Substanz, namentlich den starken Weingeist. So wird in^ardanus' Opusculis artem inesticam exercentiliiis utilissimis (1550)An siebenmal rectisicirter Weingeist als Aether bezeichnet, und Libaviussogt in seiner ^Icli^-mia (1595), man solle den Weingeist rectisiciren, ckonecoetlierls purissiini instar pelluceat. Diese Benennung in der jetzt ge-bräuchlichen Bedeutung zu brauchen, gab zuerst Frobenius (1730) Anlaß,welcher den Aether Spiritus setüereus nannte. Schon um 1734 war dafürdie kürzere Bezeichnung Aether im Gebrauch, zunächst in Frankreich; oftwurde damals auch die fragliche Substanz als liguor oder setster b roOenübezeichnet. — Die Bezeichnung Naphtha (welche eigentlich auf Steinöl geht)Wurde um dieselbe Zeit auch dem Aether, seiner Leichtentzündlichkeit wegen,beigelegt. Als man noch andere Aetherarten kennen lernte, wurde der mit-telst Schwefelsäure dargestellte als Vitriol- oder Schwefeläther oder Vitriol-oder Schwefelnaphtha bezeichnet.

Die Einwirkung der Phosphorsäure auf den Weingeist untersuchte schonScheele; in seiner in den Schriften der Stockholmer Akademie für 1782erschienenen Abhandlung über den Aether sagt er, daß die Phosphorsäuren>it Weingeist keinen Aether bilde. Lav visier bemerkte in seiner zweitenAbhandlung über die Verbindungen der Phosphorsäure (welche in den 1784publicirten Schriften der Pariser Akademie für 1781 enthalten ist), bei derDestillation der Phosphorsäure mit Alkohol habe er zuweilen einen Aether-Arruch wahrgenommen, ohne daß er indeß jemals auf diese Art einen ein-igen Tropfen Aether für sich habe darstellen können. Ebenso behaupteteKornette, in den (1785 publicirten) Schriften derselben Akademie für^782, durch öfteres Abziehen des Alkohols über Phosphorsaure erhalte manAnen dem Aether naher kommenden Geist. Westrumb versuchte 1783,Phosphorsäure und Braunstein auf Weingeist einwirken zu lassen, und gabon, eine geistige Flüssigkeit von verändertem Gerüche, aber keinen Aetherehalten zu haben. Man glaubte damals allgemein, wenn es gelinge, mitPhosphorsaure einen Aether darzustellen, so müsse dieser Phosphocsäure in sichenthalten, wie man ja damals in jedem Aether einen Gehalt an der Saure,wickelst deren er bereitet worden, annahm; in der That hatte Guyton de

Kypp's Geschichte der Chemie. IV. 20

^ Aether.

Aschers mittelst