Band 
Vierter Theil.
Seite
317
JPEG-Download
 

317

Weingeist und die verschiedenen Aetherarten.

^ gebe keinen Aether, der keine Mineralsäure als Bestandtheil enthalte.

Aether selbst bezeichnete er auch, mit der letzteren Aeußerung in Ein-zug, als das feine Oel des Weingeistes. — Hermbstädt meinte inseiner »Erperimenkalchemie« (1791), jeder Aether entstehe, indem eine SaureUnd Weingeist sich zersetzen; der Sauerstoff der Saure bilde mit einemtheile des Weingeistes Kohlensaure und eine organische Säure, das Radicalder Saure mit einem anderen Theile des Weingeistes Aether. Gewöhnli-cher Aether müßte hiernach aus Weingeist und Schwefel bestehen; wirklichhatte Hermkstädt auch in seinen »Physikalisch-chymischenVersuchen undBeobachtungen« (1786) behauptet, aus reinem Aether könne man durchSalpetersäure Schwefelsäure darstellen. Göttling glaubte 1797, die Schwe-felsaure desoxydirc sich bei der Behandlung mit Weingeist, und bilde eineorganische Saure, Wasser und schweflige Saure, welche letztere mit denZementen des Weingeistes sich zu Aether vereinige.

Eine große Anzahl Aethertheorien, die sämmtlich in dieser Art gehal-tn waren, wurde damals ausgestellt; auf sie alle hier vollständiger einzu-üben, wäre nutzlos; nur einiger will ich noch erwähnen, welche zwar leug-"oten, daß etwas von der Schwefelsäure in die Zusammensetzung des ge-wöhnlichen Aethers übergehe, die aber sonst ebenso irrig waren wie die ebenbesprochenen. B. Pelletier betrachtete 1785 den Aether als oxydirtenAlkohol; die Schwefelsäure trete Sauerstoff an den Weingeist ab, und werdeöu schwefliger Säure und Schwefel; der Alkohol werde durch die Sauerstoff-ausnahme ölartiger und zuletzt selbst harzartig. (So glaubte auch Bru-äuatelli s1798j, die Aetherbildung beruhe auf Oxydation des Alkohols;oo meinte nämlich, jeder Aether bestehe aus oxydictem Alkohol und aus^äure, und zwar enthalte der gewöhnliche schweflige, der Salpeteräthersalpetrige, der Salzäther Salzsäure.) Fourcroy hingegen meinte in sei-Uen Kleinen» st'lnstoire naturelle et 6e cluniie (1794), wahrscheinlichbilde der Sauerstoff der Schwefelsäure mit einem Theile des Wasserstoffsbes Weingeistes Wasser, und der Aether unterscheide sich vom Alkohol darin,baß der erstere weniger Wasserstoff enthalte.

Bald darauf ging Fourcroy von dieser Ansicht ab (welche indeß"och später von Dabit) 1800, vertheidigt wrrrde); in Gemeinschaft mit^auquelin führte er eine Reihe von Versuchen über die Aetherbildung"us, und beide nahmen eine Theorie dieser Erscheinung an, deren Grund-iuge wir in Fr. Hofsmann's und reiner in Macquer's Erklärungen

Arlhkrbildung.

Hermbstädt's An-sichten.

B. Pellttier's An.