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Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.
Au»l»)d. stätigung der Eigenthümlichkeit des Sauerstvffathers an, er sei von Schwefel-äther in Geruch und Geschmack und darin verschieden, daß er mit einerweingeistigen Kalilösung ein Harz bilde; zu gleicher Zeit zeigte er an, einedem Sauerstoffäther analoge Flüssigkeit bilde sich auch bei der Einwirkungvon Platinschwarz auf Alkohol.
Gegen die Eigenthümlichkeit des aus Weingeist mit Schwefelsaure undBraunstein gebildeten sogenannten Sauerstvffathers erklärten sich indessenmehrere Chemiker. Dumas und Bvullay d. I. sprachen 1827 aus, unterdiesen Umstanden oder bei Einwirkung von Chcomsaure destillire eine Mi-schung von Aether und Weinol über; L. Gmelin hielt es 1829 für wahr-scheinlich, daß bei der Destillation von Weingeist mit Braunstein und Vi-triolöl sich vorzüglich Schwefeläther, Esstgather, Essigsäure und eine in derHitze durch Kali verharzbare Materie bilden. Liebig gab 1831 an, daßder Körper, welchen man als Sauerstoffäther bezeichnet habe, Aether, oderschwefelsäurehaltiges Weinöl, oder ein Gemenge von beiden sei; unter denUmstanden, wobei sich Sauecstoffäther bilden solle, entstehe aber eine flüch-tige, unangenehm riechende, nicht als Sauerstoffather zu bezeichnende Sub-stanz, welche die Ursache der Bildung eines braunen Harzes bei Einwirkungvon Kali sei.
Döbereiner berichtete nun, 1832, der wahre Sauerstoffather werdedurch Einwirkung von Platinschwarz aufAlkohol gebildet; die eigenthümlicheFlüssigkeit, welche man da erhalte, sei auch in dem unrectificirten Salpeter-äther enthalten, und sie sei der Aether, welcher aus Alkohol mit Chrom-säure oder Schwefelsäure und Braunstein entstehe. Liebig analysirte indemselben Jahre die auf erstere Art dargestellte Substanz, und nannte sieAcetal, da ihre Zusammensetzung die von 1 Atom wasserfreier Essigsaureund 3 Atomen Aether in sich schließt. Er zeigte, daß bei der Destillationvon Alkohol mit Schwefelsäure und Braunstein kein Acetal gebildet wird,sondern daß in dem Destillat eine flüchtige Materie enthalten ist, welche dassalpetersaure Silberoxyd reducirt. Die Entdeckung und Jsolirung dieser Sub-stanz (des Aldehyds) gelang Liebig 1835; Döbereiner hatte schon 1832gefunden, sein Sauerstoffather bilde mit Ammoniak eine kryflallisirbare Ver-bindung; Liebig erkannte diese als eine Verbindung von jener sehr flüchtigenSubstanz mit Ammoniak, lehrte die erstere daraus abscheiden und benanntesie, weil sie auf dieselbe Kohlenstoff- und Sauerstoffmenge, wie der Alkohol,weniger Wasserstoff enthält, als Aldehyd (vergl. die vorige Seite).