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Beiträge zur Geschichte der organischen Chemie.
Essigsäure miker bei Aufstellung der antiphlogistischen Nomenclatur (1789) sci<ie ace-
Bildung und Con, .
Mution. leux und sciäe 3ceti(;u6, und obgleich Lav visier in seinem Iraite (1
ausdrücklich sagte, es müsse dies erst noch durch entscheidendere Versuchtbewiesen werden, nahmen doch Viele diese Verschiedenheit, eine effichte undeine Essigsaure, an. Adet zeigte 1798, daß dieser Unterschied nicht gegrün-det sei; Chaptal wollte ihn hingegen beibehalten haben, und behauptete,die Essigsaure enthalte weniger Kohlenstoff als die effichte Saure. Dabitvertheidigte noch 1801 die Ansicht, der Sauerstoffgehalt sei in der ersterenSaure größer, als in der letzteren. Trommsdorff erklärte sich 1799 da-für, daß beide Säuren als identisch anzusehen seien; definitiv wurde dieserGegenstand durch Darracq's Versuche (1802) entschieden, und Ver-theilet selbst meinte 1803 in seiner 8tstiguo ciiimigue, die Behauptung,neben der Essigsäure existire noch eine, die sich dazu verhalte wie schwefligeoder phosphorige Säure zur Schwefel- oder Phosphorsäure, sei une exube-rsnce ä'une tlieorie keconcle et nouvelle gewesen.
Proust behauptete 1803, in die Zusammensetzung der Essigsaure geheauch Stickstoff mit ein, was durch Trommsdorff 1805 widerlegt wurde.
— Die quantitative Zusammensetzung dieser Säure wurde zuerst durch Ber-zelius 1814 richtig bestimmt; zu derselben Zeit wurde die des Alkoholsdurch Th. v. Saussure ermittelt, und damit waren die nöthigen Vor-kenntnisse zur Erklärung, wie der letztere in die erstere verwandelt wird, er-langt. — Lavoisier's Nachfolger hatten meist angenommen, der Alko-hol bilde durch Oxydation neben der Essigsäure auch Kohlensäure, und Saus-sure hatte 1804 behauptet, die erzeugte Kohlensaure betrage dem Raumenach ebenso viel, als Sauecstoffgas bei der Umwandlung absorbirt werde.Au einer besseren Einsicht leiteten vorzüglich die Wahrnehmungen über dieEinwirkung des Platinschwarzes auf Alkohol (vergl. Seite 226). Döbe -reiner fand 1822, daß sich hierbei nur Essigsaure und Wasser, und keineKohlensäure, bilden; er ermittelte die Quantität des zur Essigbildung nöthi-gen Sauerstoffs und gab für die Entstehung des Essigs aus Weingeist dienoch jetzt als richtig anerkannte Erklärung. Der Erkenntniß, daß die Essig-bildung eine Art Verbrennungsproceß des Alkohols sei, folgte die rationelleBegründung der Schnellessigfabrication sogleich nach.
Die Eigenschaft des Essigs, Metalle anzugreifen, war den Alten wohl-bekannt; an dem Golde schätzte man vorzüglich, daß es vom Essig nichtverändert werde (vergl. Seite 205). So waren die essigsauren Salze die