Band 
Vierter Theil.
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Organische Säuren.

ter sagt er noch einmal, daß I'acide clu Vliisi^re consiste äsn« un sei es- Essigsaure,^entiei ou tsrisreux. — Stahl meint an einer Stelle seiner 2^motecli-^Mu!i"n.^°""ls (1697), wie Becher, die Essigsaure sei eine innige Vereinigung vonSäure und Weingeist, und der letztere sei in dem Essig enthalten (vecgl. untenAceton); an einer anderen sagt er, es werde wohl bei der Essig-Sahrung ein großer Theil des Weingeistes entmischt, und dieser trage zurBildung der Essighefe bei. Mit diesen Erklärungen beruhigte man sichlängere Zeit; Macquer meinte 1778 in seinem victionosire äe cii^mie,wan könne sich zwar über den Vorgang bei der Essiggahrung keinen deut-schen Begriff machen, aber es scheine, als ob dabei eine innige Verbindungber sauren Theile des Weins mit den brennbaren vor sich gehe.

Als man die Gasarten genauer studirte und fand, daß die gewöhnlicheSalzsäure, die Flußsäure und andere aus Wasser und einem absorbirtenGas bestehen, glaubte man, dies sei auch bei dem Essig der Fall. Priest-l^b behauptete in seinen Lxpci-iments and Olrservstions on dikkeientVincis ok air (1775), in dem Essig sei ein veAetsble seid sir enthalten,aahm aber diese Angabe in seinen Experiments and Odservstions reiatinAvsrions Lrsncties ok natursl kliilosopli^ (1779) wieder zurück.

Daß die Essigsaure aus dem Weingeiste durch Sauerstoffaufnahme ent-siehe, behauptete zuerst Lavoisier in seiner Abhandlung über die Zerle-gung des Wassers durch vegetabilische und organische Substanzen, welche'u den 1788 publicirten Abhandlungen der Pariser Akademie für 1786 ent-halten ist. In dem 3>site ele'mentaire (1789) sagt er, es folge dies dar-aus, daß der Wein nur unter Einwirkung der Luft zu Essig werde, daßsich dabei das Luftvolum verringere, und daß man Wein in Essig verwan-dln könne, indem man ihn auf andere Weise oxydire. — Wo er in dieserSchrift über die Weingahrung handelt, betrachtet er die Zusammensetzung derwasserfreien Essigsäure als bekannt und stützt darauf eine Rechnung (seineAngabe ist, auf Procente berechnet: 25,0 Kohlenstoff, 6,3 Wasserstoff,

68,7 Sauerstoff); wo er von der Essiggahrung handelt, sagt er, das Ver-hältniß der Elemente in der Essigsäure sei noch nicht bekannt. — DerSauecstoffgehalt der Essigsäure war indeß von Lavoisier und seinen An-hängern schon früher, der Analogie nach, vermuthet worden, und es be-hauptete Berthollet 1786 (in den Pariser Memoiren für 1783), der(aus Grünspan durch Destillation erhaltene) Radicalessig sei sauerstoffceicher,als der gewöhnliche Essig. In Folge dessen unterschieden die französischen Che-<8,schich„ d,r Eh-mi,, IV. 22